Künste im Gespräch: «Ich kieke», «Tiere» und «Haller über Haller»

  • Donnerstag, 5. Oktober 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 5. Oktober 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 5. Oktober 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Die Gedichtsammlung «Ick kieke, staune, wundre mir» spiegelt die Eigenheiten der Berliner. Der skurrile Genrefilm «Tiere» funktioniert wie eine Möbiusschlaufe. Und der Schweizer Schriftsteller Christian Haller erzählt die Geschichte des junge Mannes, der er einmal war, aber heute nicht mehr ist.

Das gabs noch nie: Eine Sammlung von über 200 Gedichten und Kurztexten im Stadtdialekt von Berlin – «Ick kieke, staune, wundre mir», heisst sie. Darin finden sich Texte, die das Leben der BerlinerInnen und die Eigenheiten ihrer Sprache über beinahe 200 Jahre spiegeln - und zwar in den Worten der sprichwörtlichen Berliner Schnauze: Direkt und ungeschminkt.

Ein Paar überfährt in den Bergen ein Schaf und in Wien fällt eine Frau auf den Kopf. Und bald darauf geschehen seltsame, unverständliche Dinge, hier wie dort. «Tiere» ist ein schwarzhumoriger, skurriler Genrefilm aus Österreich von Greg Zglinski.

In seiner autobiographischen Romantrilogie erzählt der Schweizer Schriftsteller Christian Haller von der schwierigen, aber erfolgreichen Suche eines jungen Mannes nach seinem Lebensweg. Soeben ist der zweite Band erschienen.

Beiträge

  • «Ick kieke, staune, wundre mir...»

    Ob gescheiterte 48er-Revolution, Weimarer Republik, Nazi-Herrschaft, geteilte Stadt oder die Zeit nach der Wiedervereinigung: In der Sammlung «Ick kieke, staune, wundre mir...» findet man in jedem der rund 200 berlinerischen Gedichte den frechen Blick von unten, der auf die herrschenden Verhältnisse geworfen wird.

    Ein Blick aus den Augen des Eckenstehers Nante oder der selbstbewussten Dienstmagd, des verfemten Künstlers oder der schnauzigen Fischhändlerin, die selbstbewusst meint: «Jrob? Dazu sind wir zu feine!».

    Markus Gasser

  • Greg Zglinskis Film «Tiere»

    Greg Zglinskis Film «Tiere» funktioniert wie eine Möbiusschlaufe. Er erzähle gerne Geschichten, die universell zu verstehen seien, sagt Greg Zglinski, der in der Schweiz aufgewachsene Pole.

    So ganz nachzuvollziehen sei «Tiere» am Ende nicht, sagt der Regisseur. Aber das sei so gewollt, erzählt er im Gespräch über seinen Film.

    Brigitte Häring

  • Haller über Haller

    Was will er werden, der junge Haller? Kenntnisreicher Schriftsteller, teilnehmender Beobachter der Welt, eigensinniger Denker! Und was ist er? Ein schüchterner weltfremder Phantast.

    Der Schweizer Schriftsteller Christian Haller erzählt die exemplarische Geschichte des jungen Mannes, der er einmal war, aber heute nicht mehr ist. Entstanden ist eine Education mentale und ein Sittenbild der Schweiz. Man erfährt u.a. wie man im Zürcher Kunsthalle-Restaurant Möbel stiehlt und wie es im Gottlieb-Duttweiler-Institut, der Denkfabrik des Migros-Konzerns, zugeht.

    Felix Schneider

Autor/in: Markus Gasser, Brigitte Häring, Felix Schneider, Moderation: Brigitte Häring, Redaktion: Mariel Kreis