Künste im Gespräch – Ingeborg Bachmann, Bürgerbühne und Schmerz

  • Donnerstag, 11. Mai 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 11. Mai 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 11. Mai 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Nach der Trennung von Max Frisch geriet Ingeborg Bachmann in eine tiefe Lebenskrise. Auch, weil sie sich in Frischs Roman «Mein Name sei Gantenbein» literarisch «verwertet» sah. Erstmals publizierte Texte aus dem Nachlass zeigen den Versuch, die Verletzungen zu analysieren und produktiv zu machen.

Die deutsche Choreographin Helena Waldmann hat in ihren Tanzprojekten immer wieder kulturelle Unterschiede und gesellschaftliche Ungerechtigkeiten thematisiert.

Das Modell der «Bürgerbühne» ist an vielen deutschen Theaterhäusern seit Jahren verankert. Die Bürgerbühne versteht sich als öffentliche Plattform und will neue Formen der künstlerischen Mitbestimmung erproben. Nun haben Anna Papst, Anne Andresen und Eva Welter die erste Bürgerbühne der Schweiz gegründet. Sie residiert für drei Jahre im ThiK (Theater im Kornhaus) und entwickelt zusammen mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen der Stadt Baden eigene Theaterprojekte.

Beiträge

  • Grenzen ausreizen: Die Choreographin Helena Waldmann

    Helena Waldmann ist eine Globetrotterin: Sie hat in Bangladesh und im Iran gearbeitet und tourt mit ihren Projekten weltweit. In ihrer aktuellen Produktion «Gute Pässe, schlechte Pässe. Eine Grenzerfahrung» lässt sie Akrobaten und zeitgenössische Tänzer aufeinander los.

    Wer gewinnt das Kräftemessen?

    Im Gespräch darüber erzählt sie auch von ihrer Erfahrung, dass es für KünstlerInnen aus Ländern mit sogenannt schlechten Pässen, immer schwieriger wird, am internationalen Theaterbetrieb teilzunehmen.

    Dagmar Walser

  • Ingeborg Bachmann: «Male oscuro»

    Ingeborg Bachmann war 32, als sie 1958 den 47jährigen Max Frisch kennenlernte. Die Beziehung der beiden ganz unterschiedlichen schriftstellerischen Temperamente hielt vier Jahre. Die Trennung verlief traumatisch. Bei Bachmann löste sie eine tiefe Lebenskrise aus.

    Wie sehr diese Krise auch eine des Schreib- und Weltverständnisses war, zeigen erstmals freigegebene Traumnotate und Briefe aus dem Nachlass. Ein Gespräch mit der Literaturwissenschaftlerin und Bachmann-Kennerin Corina Caduff.

    Buchhinweis:Ingeborg Bachmann: «Male oscuro». Aufzeichnungen aus der Zeit der Krankheit. Piper und Suhrkamp

    Franziska Hirsbrunner

  • Probebühne des Lebens

    Welchen Theaterstoff würden Jugendliche wählen und wie müsste er ihrer Meinung nach inszeniert werden? Dieser Herausforderung stellt sich die Bürgerbühne der Schweiz Wir&Co.

    Gegründet haben sie die Regisseurin Anna Papst, die Dramaturgin Anne Andresen und die Schauspielerin Eva Welter in und für Baden. Sie haben eine Klasse der Kantonsschule mit der Konzeption eines Theaterstückes beauftragt und ihre Wünsche, Anregungen und Ideen mit einem professionellen Schauspielensemble umgesetzt.

    «Foxfinder» heisst die erste von insgesamt drei partizipativen Produktionen der Bürgerbühne Baden. Eine Parabel über Macht, Überwachung und Staatsfeinde.

    Kaa Linder

Autor/in: Franziska Hirsbrunner, Kaa Linder, Dagmar Walser, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Mariel Kreis