Künste im Gespräch - Verrückte Utopien und dunkelste Realität

  • Donnerstag, 7. Mai 2020, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 7. Mai 2020, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 7. Mai 2020, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Uwe Timm hat zum 80. Geburtstag einen Essayband veröffentlicht: «Der Verrückte in den Dünen» setzt sein Lebensthema fort, die Utopie. - Die 94-jährige Anita Lasker-Wallfisch überlebte als Cellistin im Mädchenorchester von Auschwitz. Sie ist eine der letzten lebenden Zeitzeuginnen.

Uwe Timms Protagonist Carlos Gesell, Sohn des Sozialrevolutionärs Silvio Gesell, setzt in einer von ihm gegründeten Stadt in argentinien die Grundsätze seines Vaters um. Er schafft die Geldanhäufung ab und verbannt Glücksspiele und Alkohol. Das Projekt gelingt. «Villa Gesell» ist bald eine florierende Stadt, in der viele junge Leute ihren Badeurlaub verbringen. Mit viel Alkohol allerdings. Solche und ähnliche Versuche der Umsetzung utopischen Gesellschaftsformen finden sich mehr in Uwe Timms neuem Essayband.

Wir leben in einer Zeit, in der der Holocaust und der Zweite Weltkrieg aus der persönlichen Erfahrung der Menschen verschwindet. Die letzten Zeuginnen und Zeugen jener Zeit, sterben. Was geschieht mit der Erinnerung an den Holocaust, wenn die Generation verschwindet, die darüber berichten kann?

Beiträge

  • Uwe Timm – «Der Verrückte in den Dünen»

    Zum 80. Geburtstag veröffentlicht Uwe Timm einen Essayband. «Der Verrückte in den Dünen» ist ein weiteres Werk zu Timms Lebensthema, der Utopie. Dabei interessiert ihn vor allem die Frage nach der Art und Weise unseres Zusammenlebens. Der Verrückte in den Dünen ist Carlos Gesell.

    Der Sohn des Sozialrevolutionärs und Ökonomen Silvio Gesell, der an der argentinischen Atlantikküste eine Stadt gründet, die nach den wirtschaftlichen Prinzipien seines Vaters funktioniert. Ein Gespräch mit Uwe Timm.

    Buchhinweis:Uwe Timm: Der Verrückte in den Dünen - Über Utopie und LiteraturKiepenheuer&Witsch

    Michael Luisier

  • Frag mich! Das interaktive Zeitzeugnis von Anita Lasker-Wallfisch

    Die heute 94-jährige Anita Lasker-Wallfisch überlebte als Cellistin im Mädchenorchester das Konzentrationslager Auschwitz. Am 15. April 1945 wurde sie befreit, schon einen Tag später berichtete sie im Radio von Vertreibung, Flucht und Krieg.

    Und tut das bis heute: live, in Büchern, oder Videos. Sie ist eine der letzten lebenden Zeitzeuginnen. Ihre Erfahrungen und Erzählungen sind ein kostbares Gut der Erinnerungskultur.

    Aber wer legt Zeugnis ab vom Holocaust, wenn es keine ZeitzeugInnen mehr gibt? Die USC Shoah Foundation setzt auf digitale Medien, damit die Geschichten weiterleben.

    Elisabeth Baureithel

Autor/in: Michael Luisier, Elisabeth Baureithel, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Raphael Zehnder