Literatur im Gespräch

  • Donnerstag, 24. September 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 24. September 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 24. September 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Menschliche Abgründe - dreimal ganz unterschiedlich thematisiert: mit Alain Claude Sulzers «Postskriptum»; Miranda Julys «Der erste fiese Typ» und Friedrich Anis «Der namenlose Tag».

Einsamkeit, unterdrückte sexuelle Begierden, unerfüllte Liebe und Gewalt. Der «Kontext» Literatur im Gespräch stellt drei Bücher vor, die von existenziellen Themen und menschlichen Abgründen handeln. Da ist der einsame pensionierte Kommissar, der mit den Geistern all der Toten, denen er in seinen Berufsjahren begegnet ist, Zwiesprache hält. Oder der Schauspieler auf dem Zenit seines Erfolges, der durch politische Umstände auf einen Schlag alles verliert: Sein Publikum, seinen Erfolg, sein Vermögen und seine Liebe. Und die Frau in den besten Jahren, die von allen ausgenutzt und belächelt wird und nicht zu ihren unterdrückten sexuellen Begierden stehen kann, bis eine junge Frau in ihr Leben tritt und alles aus ihr herausprügelt.

Esther Schneider diskutiert mit Nicola Steiner und Rainer Schaper über die drei Neuerscheinungen.

Beiträge

  • Postskriptum von Alain Claude Sulzer

    Ein deutscher Filmstar nächtigt im Hotel Waldhaus in Sils Maria. Der Postbeamte im Dorf verehrt den Schauspieler und hofft, ihn zu sehen. Aus der Begegnung wird eine Liebesaffäre. Doch dann reist der Gast plötzlich ab. Politische Umstände zwingen ihn dazu. Die Nazis haben die Macht übernommen.

    Jüdische Schauspieler sind nicht mehr erwünscht.

    Alain Claude Sulzer erzählt in seinem Roman das Schicksal eines jüdischen Künstlers in der Zeit vor und während des Zweiten Weltkrieges. Es ist die berührende Geschichte eines Menschen, der alles verliert und sich im Exil neu finden muss.

    Esther Schneider

  • Der erste fiese Typ von Miranda July

    Was ist eigentlich normal und was nicht? Die Hauptfigur in Miranda Julys Geschichte ist es bestimmt nicht. Sie ist eine Frau in den besten Jahren. Sie liebt einen Mann, der nichts von ihr wissen will, von dem sie aber glaubt, dass er im früheren Leben ihr Geliebter war.

    Im Hals hat sie einen riesigen Kloss und kann deshalb kaum schlucken. Zudem ist sie besessen von ungelebten sexuellen Begierden. Dann dringt eines Tages eine dralle junge Frau in ihr geordnetes Leben ein und stellt alles auf den Kopf.

    Miranda July hat einen unkonventionellen Debütroman geschrieben.

    Esther Schneider

  • Der namenlose Tag von Friedrich Ani

    Eine melancholische Grundstimmung prägt den Kriminalroman von Friedrich Ani. Ex-Kommissar Franck ist im Ruhestand. Doch ungelöste und unverarbeitete Fälle plagen ihn.

    Einsam sitzt er zuhause am Tisch und hält Zwiesprache mit den Geistern der Toten, denen er im Laufe seiner Berufsjahre begegnet ist. Dann wird ein Fall nochmals aufgerollt, an dem er einst als Kommissar beteiligt war. Ein Fall, der ihn auch mit der eigenen Vergangenheit konfrontiert. Friedrich Ani startet mit «Der namenlose Tag» eine neue Krimi-Reihe.

    Esther Schneider

Autor/in: Esther Schneider, Nicola Steiner, Rainer Schaper, Moderation: Ellinor Landmann, Redaktion: Hansjörg Schulz