Literatur im Gespräch

  • Donnerstag, 25. Juli 2019, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 25. Juli 2019, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 25. Juli 2019, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Jung sein ist manchmal eine Zumutung und fast immer eine Herausforderung. Wie geht Erwachsen-Werden auf dem Land, in der Stadt, im Exil. Literatur im Gespräch mit drei Büchern und drei verschiedenen Perspektiven auf die Jugend.

Ein junger Russe flieht vor den Wirren der Revolution, irrt durch halb Europa und landet mittellos im Paris der 20er Jahre. Einsam streift er durch das nächtliche Paris und gibt sich dem Alkohol und den Drogen hin.

In der russischen Exilgemeinde trifft er auf einen anderen jungen Russen, der ihn mitnimmt in das Paris der Künstler, der Intellektuellen, der Bohème. Gemeinsam ziehen sie durch das Rotlichtmilieu, leben in prekären Verhältnissen und verlieben sich in dieselbe Frau.

«Apoll Besobrasow» heisst der Roman. Geschrieben hat ihn der Exilrusse Boris Poplawski. Die Wiederentdeckung eines russischen Klassikers, der jetzt auf Deutsch vorliegt.

Die weiteren Bücher der Sendung: «Als ich jung war» von Norbert Gstrein und «Ich bin die, vor der mich meine Mutter gewarnt hat», das Debut des Schweizer Autors Demian Lienhard. Es diskutieren Sieglinde Geisel, Julian Schütt und Esther Schneider.

Beiträge

  • Norbert Gstrein «Als ich jung war»

    Der Roman spielt in Oesterreich, im Tirol. Im Zentrum steht ein junger Mann, der im Restaurant seines Vaters als Hochzeitsfotograf arbeitet. Ein Restaurant in einer bergigen, landschaftlich pittoresken Gegend. Ein Hotspot für Heiratende.

    Bei einer dieser Hochzeiten stürzt eine Braut nachts über eine Felskante in den Abgrund und stirbt. Man weiss nicht, war es ein Unfall, Selbstmord oder gar Mord. Unklar ist dabei auch die Rolle des Erzählers, eben des Hochzeitsfotografen. Spannung pur auf hohem literarischem Niveau.

    Norbert Gstrein: «Als ich jung war» (Hanser)

    Esther Schneider

  • Boris Poplawski «Apoll Besobrasow»

    Wir tauchen ein in das Paris der 20er Jahre. Das Paris der Künstler und vor allem der russischen Exilgemeinde. Da finden sich Intellektuelle, Adlige, Literaten, Musiker, die alle geflüchtet sind vor der russischen Revolution.

    Viele sind nach einer langer Odyssee durch verschiedene europäische Städte in Paris gestrandet. Sie sind mittellos, heimatlos, entwurzelt.

    Ein junger russischer Künstler nimmt uns mit auf seine Streifzüge durch das nächtliche Paris. Der Roman ist über weite Strecken ein Rausch mit Drogen- und Alkoholexszessen.

    Boris Poplawski: «Apoll Besobrasow». Aus dem Russischen und mit einem Nachwort von Olga Radetzkaja (Guggolz)

    Esther Schneider

  • D. Lienhard «Ich bin die, vor der mich meine Mutter gewarnt hat»

    Die Geschichte spielt in den 80er Jahren in der Region Zürich. Es ist die Zeit der Jugendunruhen. Das AJZ - das autonome Jugendzentrum - kommt vor, die Drogenhölle am Letten. Bilder des sogenannten Needle-Parks gingen damals um die Welt.

    Im Zentrum stehen Jugendliche von damals, vor allem Alba, eine junge, sensible Frau. Es ist eine «coming of age» Geschichte über die erste grosse Liebe, Drogen und andere Turbulenzen rund um das Erwachsenwerden. Ein fulminantes Schweizer Debut.

    Demian Lienhard: «Ich bin die, vor der mich meine Mutter gewarnt hat» (Frankfurter Verlagsanstalt)

    Esther Schneider

Autor/in: Esther Schneider, Julian Schütt, Sieglinde Geisel, Moderation: Esther Schneider, Redaktion: Dagmar Walser