Literatur im Gespräch

  • Freitag, 29. Januar 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 29. Januar 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 29. Januar 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Die Familie ist ein Gefühlskarussell: Sie kann ein Hort der Liebe und Geborgenheit sein oder genau das Gegenteil, eine Hypothek. Nicht selten tun sich in einer Familie Abgründe auf. Und manch einer muss sich von ihr befreien wie von einem Korsett.

Familienangelegenheiten sind ein beliebter Stoff für Geschichten. In Literatur im Gespräch werden drei Romane diskutiert, die in unterschiedlicher Weise davon handeln.

In Christian Hallers Roman «Die verborgenen Ufer» schaut der Erzähler zurück auf seine Herkunft, seine familiäre Prägung. Er schildert, wie sich der Protagonist von der Familie lösen muss, um seinen eigenen Weg zu gehen. 

Der italienische Autor Paolo Giordano schildert in «Schwarz und Silber» eine Familienkonstellation, die mit dem Wegsterben einer Hausangestellten aus den Fugen gerät.

Und Karl Heinz Ott lässt in seinem Roman «Die Auferstehung» eine Famlilie am Sterbebett des Vaters zusammenkommen. In der Nacht vor der Testamentseröffnung gehen die Emotionen hoch. Erinnerungen, Trauer, Schuldgefühle und die Angst um das Erbe wechseln sich ab.

Gesprächsteilnehmer: Sandra Leis, Hans-Ulrich Probst


Beiträge

  • Die verborgenen Ufer von Christian Haller

    Mit einem Knall fängt alles an. Ein Teil des Hauses von Christian Haller wird vom Hochwasser weggespült. Dieser Knall ist Ausgangspunkt für den Roman «Das verborgene Ufer», in dem der Aargauer Schriftsteller Christian Haller seine Kindheit und Jugend erforscht.

    Wie ein Archäologe legt er Schicht um Schicht frei. 

    Schonungslos doch mit feinem Humor erzählt Haller von den Nöten des Knaben und jungen Mannes in der Schweiz der 1940er-Jahre und 1950er-Jahre. Ein berührender und sprachlich leichtfüssiger Roman über eine Reise zu sich selbst.

    Esther Schneider

  • Schwarz und Silber von Paolo Giordano

    Babette ist Kinderfrau bei einem jungen Ehepaar. Schon bald bestimmt die beherzte alte Dame das Leben der Familie. Sie kocht, putzt, betreut das Kind und schaut auch sonst zum rechten. Immer mehr wird sie auch zur Beraterin und zum ruhigen Pol für das junge Paar in einer hektischen Zeit.

    Ein Leben ohne sie ist nicht mehr vorstellbar.

    Doch eines Tages kommt Babette plötzlich nicht mehr. Die Familie fühlt sich verloren. Mit Schwarz und Silber hat der italienische Autor einen berührenden autobiografischen Roman über eine moderne junge Ehe geschrieben.

    Esther Schneider

  • Die Auferstehung von Karl Heinz Ott

    Vier Geschwister treffen sich am Totenbett ihres Vaters. Sie alle hoffen, dass es etwas zu erben gibt. Doch das ist gar nicht sicher. Denn da ist noch eine ungarische Pflegerin. Sie hat sich um den parkinsonkranken Vater gekümmert, während sich die Kinder kaum mehr blicken liessen.

    Dieser Frau soll er nun bereits das Ferienhaus in Italien vermacht haben.

    Karl Heinz Ott beschreibt in einer Art makabren Komödie, was in der langen Nacht vor der Testamentseröffnung mit den Geschwistern passiert. Sie schwanken zwischen Erinnerungen, Trauer, Schuldgefühlen und der Angst, ihr Erbe zu verlieren.

    Esther Schneider

Autor/in: Esther Schneider, Moderation: Hansjörg Schulz, Redaktion: Noemi Gradwohl