MST - eine neue Therapiemethode für Jugendliche in Not

  • Montag, 13. Juli 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 13. Juli 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 13. Juli 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

MST - dahinter versteckt sich ein vielversprechender Therapieansatz für sozial auffällige Jugendliche und ihre Eltern in Sorge. MST steht für Multisystemische Therapie und ist eine Art Psychotaskforce, die aus den USA kommt.

Sie dröhnen sich zu und schwänzen die Schule. Sie mobben andere und motzen rund um die Uhr. Sie ziehen sich zurück und sind für nichts mehr zu gewinnen. Und manchmal saufen sie sich auch ins Koma oder schlagen wild um sich: Jugendliche, die aus der Bahn geraten sind und dringend Hilfe brauchen, auch wenn sie genau diese am allermeisten ablehnen.

Aus den USA kommt eine psychotherapeutische Intensivkur für Jugendliche am Abgrund und für ihre besorgten Eltern und überforderten Lehrpersonen: MST. Die Multiperspektivische Therapie ist eine Therapie, die nicht nur den Jugendlichen in den Blick nimmt sondern auch seine Eltern, die Schule, die Gleichtaltrigen und andere Personen, die zum Umfeld des Jugendlichen gehören.

MST-Therapeuten suchen die Familien auf, sind 7 Tage die Woche und rund um die Uhr hilfsbereit. Nach 3-5 Monaten aber sollte der Rank gefunden worden sein. Dann ist nämlich Schluss. Die Kantone Thurgau, Aargau und auch Basel-Stadt haben seit einigen Jahren Erfahrung mit dieser Therapieform.

Kontext gibt Einblick in die Arbeitsweise der Therapierenden, zeigt eine Familie die dank MST einen neuen Weg gefunden hat und diskutiert die Arbeitsmethode mit dem Kinder- und Jugendpsychiater Frank Köhnlein und dem Jugendgewaltspezialisten Allan Guggenbühl.

Beiträge

  • Unterwegs mit einem Helfer in Not

    Wir lernen zwei Fachmänner kennen, die tagein tagaus mit Jugendlichen in Schwierigkeiten zu tun haben. Sie kennen und schätzen MST. Praktizieren es aber nicht. Und: Wir fahren mit dem Psychologen Mathias Baumann mit.

    Der mobile Psychologe erzählt von seinen Einsätzen und erklärt das Wesen der Multisystemischen Therapie.

    Detlev Berentzen und Cornelia Kazis

  • Was kann MST und was nicht?

    Der Oberarzt an der Basler Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik Frank Köhnlein und der Zürcher Jugendpsychologe Allan Guggenbühl zeigen Vor- und Nachteile der Multiperspektivischen Therapie auf. Wir lernen M. und ihre Familie kennen.

    Die 15-Jährige war noch vor einem Jahr ausser Rand und Band und Ihre Mutter war in grosser Not. Sie bat um Hilfe bei einem MST Therapeuten. Nun ist die Therapie abgeschlossen und vieles wieder im Lot. Einblick in einen Lichtblick.

    Detlev Berentzen und Cornelia Kazis

  • Erfolgreicher Markenartikel mit grossem Anspruch

    Der Oberarzt an der Basler Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik Frank Köhnlein und der Zürcher Jugendpsychologe Allan Guggenbühl kommentieren die vielversprechende Geschichte von M.

    Und: Wir sind im Headquarter des Aargauer MST Teams und erfahren von deren Leitern viel über die Erforschung der Methode, deren Erfolgskriterien und die Anbindung an die USA, die Geburtsstätte von MST.

    Detlev Berentzen und Cornelia Kazis

  • No Child left behind!?

    Kein Kind soll durch die Maschen fallen. Es muss Rettung oder zumindest Hilfe für alle da sein. Das ist ein grosser Anspruch. Woran misst man eigentlich den therapeutischen Erfolg und wie misst man. Was ist bei den Erfolgs-Kriterien zu bedenken?

    Der Oberarzt an der Basler Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik Frank Köhnlein und der Zürcher Jugendpsychologe Allan Guggenbühl plaudern aus der Schule und machen so deutlich, dass es keine Erfolgsgarantie gibt. Wohl aber eine sinnstiftende Begrenzung des Chaos.

    Cornelia Kazis

Autor/in: Cornelia Kazis und Detlef Berentzen, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Dagmar Walser