Obamas Gesundheitsreform auf der Kippe

Obamas grosse Gesundheitsreform, die erstmals in der Geschichte der USA einen allgemeinen Krankenschutz einführt, droht zu scheitern. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten debattiert darüber, das Regelwerk wieder rückgängig zu machen.

Der Widerstand gegen Präsident Obamas Gesundheitsreform wächst.
Bildlegende: Der Widerstand gegen Präsident Obamas Gesundheitsreform wächst. Reuters

Die Amerikaner tun sich schwer mit der medizinischen Versorgung für jedermann. Ein Teil des Problems ist dabei, dass Obamas Reform das wirkliche Problem nicht anpackt: Keine Nation der Welt zahlt so horrende Kosten für Ärzte, Behandlung und Pflege.

Verfassungwidrig

Seit Wochen belagern Protestler die Wiese vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten und hoffen, dass man sie da drinnen hören möge. 26 US-Bundesstaaten haben Klage gegen Obamas Gesundheitsreform eingereicht, weil sie die Finanzierung des Regelwerkes für verfassungswidrig halten.

Im Kampf um die Gesundheitsreform scheinen die grossen Konflikte Amerikas durch: Gerechtigkeit versus Eigenverantwortung; Freiheit wider Sozialismus. Aber es geht um mehr als das.

Zustimmung sinkt

Selbst bei den Amerikanern, die ursprünglich für den allgemeinen Krankenschutz waren, regt sich nun der Widerstand. Einer Umfrage der «New York Times» zufolge sprechen sich nur noch 36 Prozent für die Reform aus, 47 Prozent lehnen sie ab.

Auslöser der wachsenden Unmut ist die Erkenntnis, dass Obamacare, wie die Reform im Volksmund genannt wird, nichts tut, um die ausufernden Kosten des Gesundheitssystems in den Griff zu bekommen.

Horrende Gesundheitskosten

Keine Nation der Welt gibt so viel Geld für die Gesundheit aus wie die Amerikaner. Eine vierköpfige Familie zahlt jetzt im Schnitt 20'000 Dollar pro Jahr für Ärzte, Medizin, Behandlungen und Untersuchungen das ist rund doppelt so viel wie in Deutschland oder Österreich,  und immer noch 40 Prozent mehr als in der Schweiz.

Autor/in: Beatrice Uerlings