Steigende Kosten und mehr Pflege durch Angehörige 2/2

Arbeitswelten

  • Montag, 18. November 2019, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 18. November 2019, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 18. November 2019, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Die Pflegekosten für alte Menschen steigen seit Jahren, sowohl im Heim als auch zu Hause.Zusätzliche Investitionen werden nötig, innovative Vorschläge sind gefragt.

Die Kosten für die Pflege im Alter steigen seit Jahren. In den nächsten zwanzig Jahren ist mit einer Verdoppelung der Kosten von heute 15 auf 30 Milliarden Franken zu rechnen. Deswegen, weil die geburtenstarken Jahrgänge, die nach 1945 geboren wurden, nun alt werden. «Kontext» wirft drei Schlaglichter aufs Thema Pflegekosten:

Mit der Generation der Baby-Bommer wird die gesellschaftliche Gruppe von pflegebedürftigen Menschen grösser. Ob der Pflegebedarf gedeckt werden kann, ist nicht sicher, da seit langem ein Mangel an Pflegefachkräften vorherrscht.

Auch zeigt sich, dass pflegebedürftige Personen im Alter vermehrt zu Hause gepflegt werden wollen. Dies führt nicht nur zu einem Ausbau der Spitex, sondern auch zu einem verstärkten Einbezug der Angehörigen. Oft bezahlen sie dafür einen hohen Preis, indem sie ihre Erwerbsarbeit reduzieren und Lohn- und Renteneinbussen hinnehmen müssen.

Nach wie vor kommt ein grosser Teil des Personals aus dem Ausland und ist auf Kosten des Herkunftslandes ausgebildet worden. Die Schweiz müsste bedeutend mehr investieren, wenn sie die qualifizierten Fachkräfte im Inland ausbildet.

Beiträge

  • Verdoppelung der Kosten innerhalb einer Generation

    Jede dritte Person wird im hohen Alter für eine gewisse Zeit pflegebedürftig. Weil die Generation der Babyboomer langsam ins Alter kommt, rechnen die Fachleute damit, dass sich die Pflegekosten in den nächsten 20 Jahren auf 30 Milliarden Franken verdoppeln werden.

    Vor allem deshalb, weil der Personalaufwand für die Betreuung der Senioren und Seniorinnen dramatisch ansteigt.

    Pro pflegebedürftige Person braucht es im Durchschnitt einen Pfleger oder eine Pflegerin. Wer soll dafür finanziell aufkommen? Wie werden die steigenden Kosten verteilt? Kontext hat nach Antworten gesucht.

    Charlotte Jacquemart

  • Verdeckte Kosten der Care-Arbeit

    Die geburtenstarke Generation der Baby-Boomer kommt in die Jahre. Damit wird die gesellschaftliche Gruppe, die pflegebedürftig ist, grösser. Und dies bei Pflegekosten, die seit Jahren ansteigen.

    Zudem muss die Schweiz angesichts des Mangels an qualifiziertem Personal verstärkt in die Ausbildung von Pflegefachkräften investieren.

    Da zudem immer mehr alte Menschen zu Hause gepflegt werden möchten, braucht es Investitionen in Wohnformen und Erwerbsarbeitsmodelle, die die private Care-Arbeit ermöglichen.

    Sabine Bitter

Autor/in: Charlotte Jacquemart und Sabine Bitter, Moderation: Norbert Bischofberger, Redaktion: Sabine Bitter; Produktion: Noëmi Gradwohl