Telomere und Telomerase - was bedeuten sie für die Medizin?

  • Mittwoch, 7. Oktober 2009, 9:06 Uhr
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Wichtige Erkenntnisse für die Krebs- und Altersforschung brachten Elizabeth Blackburn, Carol Greider und Jack Szostak den diesjährigen Nobelpreis für Medizin ein: die Funktion von Telomere und Telomerasen.

Lebensuhr der Chromosome

Die Forscher fanden heraus, wie die Chromosomen, die das Erbgut enthalten, in dem komplexen Prozess der Zellteilung kopiert und wie sie dabei vor einer Degenerierung geschützt werden. Die Lösung liegt dabei im Chromosomen-Ende, den so genannten Telomeren, und den Enzymen, die sie bilden, der Telomerase. Diese sind folglich so etwas wie die «Lebensuhr» der Chromosome.

Blackburn und Szostak entdeckten, dass eine einzigartige DNA-Sequenz in den Telomeren die Chromosomen vor der Degenerierung schützt. Greider und Blackburn identifizierten das Enzym, das die Telomere bilden.

Alterungs- und Krebsforschung

Wenn die Telomere kürzer werden, altern Zellen. Umgekehrt verlängert sich die Lebensdauer, wenn die Telomerase besonders aktiv ist. Das ist zum Beispiel bei Krebszellen der Fall, die praktisch ein ewiges Leben besitzen.

Bei einigen erblichen Krankheiten hingegen ist das Enzym defekt, was zu beschädigten Zellen führt. Durch die Entdeckung des Enzyms erst war die Entwicklung von Therapien möglich, wie das Nobelkomitee erklärte. Die Entdeckungen hätten eine neue Dimension zum Verständnis der Zellen gebracht.

Die Entdeckung der Telomere und Telomerase wurde vor 20 Jahren als Durchbruch im Kampf gegen Krebs gefeiert. Das hat sich bisher noch nicht bestätigt, denn ein Medikament gibt es auch heute noch nicht.

Joachim Lingner vom Schweizerischen Institut für Experimentelle Krebsforschung ISREC in Lausanne erklärt, welche Bedeutung diese Erkenntnisse für die Medizin haben und was die neusten Forschungserkenntnisse sind.

Autor/in: Christian Heuss