Wie Gewalt entsteht und wie man auf sie reagieren kann

  • Mittwoch, 24. August 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 24. August 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 24. August 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Gewalt von Terroristen und Amokläufern gehört die nächsten Jahre zu den Risiken unseres Alltags. Der «Krieg gegen den Terror» als staatliche Reaktion ist gescheitert. Welche Alternativen gibt es? Ein Psychiater und ein Kriminologe suchen nach Antworten.

Nizza, München und nun St. Gallen. Die Meldungen überschlagen sich. Terror, Amok oder geistige Verwirrung sind immer schwerer zu unterscheiden. Der Münchner Amokschütze hat sich durch brutale Gewaltvideos hochgeschaukelt.

Bei jungen Terroristen ist der Trieb nach Akzeptanz so ausgeprägt, dass sie Böses tun, um irgendwo zugehörig zu sein. In jedem Fall sind wir alle stark verunsichert. Mit diesen Fakten müssen wir uns alle auseinandersetzen, da die Gewalttaten nicht abnehmen werden.

In Kontext zu Gast sind der Schweizer Strafrechtler Martin Killias und der deutsche Psychiater und Neurowissenschaftler Joachim Bauer.

Beiträge

  • Terroranschlag, Amoklauf – eine Chronologie

    Unvorhersehbare Gewalttaten von Einzelpersonen an öffentlichen Orten, wie Anschläge in Zügen, Clubs oder öffentlichen Plätzen - für die Opfer und für die Öffentlichkeit ist es einerlei, wie ein Delikt gegen Leib und Leben entsteht.

    Tatsache ist, dass sich solche Verbrechen ereignen. Und, dass sie zum subjektiven Unsicherheitsgefühl beitragen. Aber wie häufig sind sie wirklich? Eine Chronologie der Vorfälle des Jahres 2016 in Europa und den USA.

    Raphael Zehnder

  • Steigendes Unsicherheitsgefühl

    Nizza, München, Würzburg, Ansbach, Salez ... Der öffentliche Raum ist unsicher. Die Schweizer Kriminalstatistik stellt zwar seit Jahren eine rückläufige Zahl von Gewaltdelikten fest, doch Attentate und Verbrechen psychisch auffälliger Menschen haben ein Gefühl grosser Unsicherheit erzeugt.

    Kriminalstatistisch geht von Angehörigen eine grössere Gefahr für Leib und Leben aus als von Fremden, Fanatikern und Geisteskranken. Wie wirkt sich die Angst auf die Gesellschaft aus? Antworten des Kriminologen und Strafrechtlers Martin Killias.

    Bernard Senn

  • Der Ursprung des Bösen

    Wie kommen junge Menschen dazu, in einer sogenannt aufgeklärten Welt, ihr Heil im religiösen Extremismus zu suchen und zu Terroristen zu werden?

    Der Freiburger Psychiater und Neurowissenschaftler Joachim Bauer analysiert, dass es sich dabei oft um ausgegrenzte oder gedemütigte Personen handelt. Deren Gewealtreaktionen breiten sich, so Bauer, oft epidemisch aus - was der grund dafür ist, dass das, was im nahen Osten passiert, uns alle bedroht.

    Hansjörg Schultz

  • Härtere Strafen?

    Reflexartig ertönt nach jedem Verbrechen der Ruf nach härterer Bestrafung. Nützt das? Wie entsteht eigentlich Gewalt? Müssen wir wirklich, wie bisweilen zu hören ist, «mit dem Terror leben»?

    Der zweite Teil unseres Gesprächs mit dem Kriminologen und Strafrechtler Martin Killias.

    Bernard Senn

Autor/in: Raphael Zehnder, Hansjörg Schultz, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Theresa Beyer