«Wunderkinder» der Musik – zwischen Förderung und Verheizung

  • Dienstag, 5. Juni 2018, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 5. Juni 2018, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 5. Juni 2018, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Zehnjährige studieren Mathematik, Teenager bringen die Krebsforschung voran – und dann sind da die «Wunderkinder» in der Musik, die uns besonders berühren: Mozart, Michel Jackson, Alma Deutscher, die alle ihre Karrieren als Kind begannen. «Kontext» betrachtet ihren Werdegang.

Schon Mozart und seine Schwester reisten durch Europa und begeisterten das Publikum mit ihrem Spiel und bis heute faszinieren Kinder auf Konzertbühnen, in Talentshows oder auf YouTube. Eines der bekanntesten «Wunderkinder» der Gegenwart ist Alma Deutscher. Die 13-jährige Britin komponiert ganze Opern und tritt auf der ganzen Welt auf. Und da ist auch die 21-jährige Pianistin Alice Burla, die bereits mit zehn Jahren in der Carnegie Hall in New York ein Konzert gab und heute nach ihrem Platz in der Musikwelt sucht.
Kontext erörtert mit der Psychologin und Expertin für Hochbegabung, Letizia Gauck, was das Phänomen «Wunderkind» ausmacht.

Beiträge

  • W. A. Mozart, das Wunderkind schlechthin 

    Wolfgang Amadeus Mozart war nicht alles einfach in die Wiege gelegt. Auch er brauchte eine zielgerichtete musikalische Ausbildung. Dabei war er auf die Karriereplanung und die treibende Kraft seines Vaters angewiesen.

    Bald drehte sich bei den Mozarts alles nur noch um die begabten Kinder Wolferl und Nannerl, berichtet der Musikwissenschaftler und Mozart-Biograf Konrad Küster. Und das ist generell keine Seltenheit bei Familien mit Hochbegabten.

    Moritz Weber

  • Ein Tag im Leben eines Wunderkindes: Alma Deutscher

    Keine andere junge Musikerin unserer Zeit wird so oft als «Wunderkind» bezeichnet wie die dreizehnjährige Alma Deutscher. Als Zweijährige begann die Britin, Klavier zu spielen, ein Jahr später erhielt sie den ersten Geigenunterricht, und sie komponiert auch.

    So hat sie Trios, Sonaten, ein Geigenkonzert und mit «Cinderella» sogar eine ganze Oper vorgelegt – mit gerade einmal zehn Jahren. Alma Deutscher wird als der neue Mozart gefeiert, aber darf sie auch noch Kind sein? Woher ihre Ideen kommen und wie ihr ein Springseil beim Komponieren hilft, erzählt sie im Gespräch mit Elisabeth Baureithel.

    Elisabeth Baureithel

  • Symbolbild

    Wunderkind am Scheideweg: Alice Burla

    An vielen jungen Talenten haftet das Etikett «Wunderkind» ein Leben lang. Alice Burla bekam diesen Stempel als Fünfjährige von einem Journalisten aufgedrückt. Doch sie selbst wollte nie mehr als ein normales Kind sein, das zur Schule geht und mit Freunden Fussball spielt.

    Heute ist die Pianistin 21 Jahre alt und sucht als gereiftes «Wunderkind» nach ihrem Platz in einer Welt, in der ihr dieses Etikett und auch ihre Eltern nicht länger helfen können. Erstaunlich offen berichtet Alice Burla von ihren Schwierigkeiten auf dem Weg zu einer reifen und eigenständigen Musikerin.

    Elisabeth Baureithel

Autor/in: Elisabeth Baureithel, Moritz Weber, Moderation: Brigitte Häring, Redaktion: Sabine Bitter