Zankapfel Wald?

  • Mittwoch, 17. August 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 17. August 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 17. August 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Der Platz in der Schweiz wird immer knapper, Kulturland zunehmend verbaut: Könnte man da nicht anfangen, etwas Wald zu opfern?

Die Raumplanungsinitiative verlangt, dass die zunehmende Zersiedelung gestoppt wird. Doch wie? Immer mehr Kulturland verschwindet - wird den wachsenden Raumansprüchen geopfert, während der Wald gut geschützt ist und sich sogar leicht ausbreitet - gut geschützt durch ein starken, nationales Waldgesetz. Warum nicht dieses Waldgesetz lockern und den Wald zu raumplanerischen Zwecken nutzen - sprich: roden und für Siedlungsbau nutzen? Begehrlichkeiten in diese Richtung gibt es vor allem in den Agglomerationen, wie das Beispiel in Bern mit dem Politikum «Bremer» zeigt.

Beiträge

  • Waldland versus Kulturland?

    In Bern lässt sich im Kleinen zeigen, was sich in de Schweiz in verschiedenen Agglomerationen abspielt: Man hat ein Stück Wald am Stadtrand, das man überbauen möchte. Doch die Bevölkerung liebt ihre Naherholungsgebiete - und ein starkes nationales Waldgesetz schützt den Wald.

    Deswegen wird ausgewichen auf Ackerboden. Für die Raumplanung ein Dilemma: soll man das Waldgesetz lockern - oder das Kulturlandgesetz verschärfen?

    Ein Augenschein vor Ort mit Rolf Manser vom Bundesamt für Umwelt.

    Maya Brändli

  • Das Waldgesetz - eine Erfolgsstory

    Das schweizerische Waldgesetz geht zurück auf das Jahr 1876: es hat den Wald geschützt durch alle Zeiten - sogar im zweiten Weltkrieg, als die Versorgungsprobleme auch in der Schweiz ein Thema waren und man in Parks und Gärten Kartoffeln anpflanzte, blieb der Wald unangestastet.

    Das schweizerische Waldgesetz gilt als Erfogsgeschichte: Warum eigentlich?

    Ein Gespräch mit Waldspezialisten Christain Küchli vom Bundeamt für Umwelt.

    Maya Brändli

  • Darf es auch ein bisschen weniger sein?

    Die Schweiz liegt mit einer Waldfläche von 31 % exakt im weltweiten Durchschnitt. Doch weil das Land so klein ist und die raumplanerischen Ansprüche gross sind, hat sich die Schweiz bisanhin einen sehr elaborierten Waldschutz geleistet, sie gilt diesbezüglich als «Weltmeister».

    Macht dieser starke Waldschutz noch Sinn oder ist er ein alter Zopf? Die Wissenschaft beschäftigt sich zur Zeit mit der Frage, wieviel Wald und welchen Wald wir für die Zukunft haben wollen?

    An vorderster Front mit dabei ist Jürgen Blaser, Professor an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebenwissenschaften in Zollikofen.

    Maya Brändli

Autor/in: Maya Brändli, Moderation: Monika Scherer, Redaktion: Raphael Zehnder