Chiara Margarita Cozzolani: Marienvesper

«Die Nonnen des Klosters Santa Radegonda in Mailand sind mit so seltenem und exquisitem Musiktalent begabt, dass sie als die besten Sängerinnen Italiens gelten.

Unter ihnen verdient Donna Chiara Margarita Cozzolani das höchste Lob.» Nicht alle mochten in dieses Lob eines gewissen Filippo Picinelli über das Musizieren im Kloster St. Radegonda einstimmen.

Zum Beispiel nicht der Mailänder Erzbischof. Ihm erschienen die vielfältigen musikalischen Aktivitäten der Nonnen als allzu weltlich.

Tatsächlich war die Komponistin und spätere Äbtissin Chiara Margarita Cozzolani (1602-ca. 1677) eine sehr eigenwillige Persönlichkeit, auch in ihrer Musik selbst.

Die Komponistin geht zwar von den neusten Entwicklungen nach Monteverdi aus, doch gestaltet Cozzolani ihre Psalmvertonungen häufig mit einer ganz eigenen Ritornellstruktur. Das Orlando di Lasso Ensemble unter der Leitung von Detlef Bratschke führt eine Vesper zum Fest Mariä Verkündigung auf.

Aufnahme Festival Alte Musik Zürich, 18.3.2012

Redaktion: Roland Wächter