Das Phänomen Karl Ove Knausgård

  • Mittwoch, 12. November 2014, 22:25 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 12. November 2014, 22:25 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 13. November 2014, 6:05 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 13. November 2014, 10:35 Uhr, SRF 1
    • Freitag, 14. November 2014, 8:25 Uhr, SRF info
    • Freitag, 14. November 2014, 9:30 Uhr, SRF info
    • Freitag, 14. November 2014, 11:20 Uhr, SRF info
    • Freitag, 14. November 2014, 12:25 Uhr, SRF info
    • Sonntag, 16. November 2014, 8:40 Uhr, SRF info
    • Sonntag, 16. November 2014, 15:05 Uhr, SRF info

Eine ganze Kulturplatzsendung über ein einziges Buch? Genau – und was für eines. Ein Werk von 3'600 Seiten, das nichts anderes verhandelt als Leben und Alltag des norwegischen Autors Karl Ove Knausgård. Seine Autobiographie hat Leserschaft und Literaturbetrieb bewegt wie kaum ein Buch zuvor.

Was denkbar unspektakulär erscheint – die Schilderung einer ganz normalen Lebensgeschichte – wird bei Knausgård zur literarischen Sensation. Die Bücher schlugen ein wie eine Bombe, Skandinavien fiel ins Knausgård -Fieber, im Rest der Welt feiert ihn das Feuilleton als Jahrhunderterscheinung, deren Werk neue Massstäbe der Schriftstellerei setze.

Doch die Meinungen sind nicht einstimmig. Das ehrgeizige Buchprojekt ist ambivalent. Ist das Ganze nur ein zeitgeistkompatibler Hype? Schleicht sich nicht doch ab und an Langeweile in die Lektüre ein? In Skandinavien begleiten Skandale die Veröffentlichung der Bücher, die unter anderem die Frage erörtern, wie weit man in der Zurschaustellung des persönlichen Umfelds gehen soll.

Worin besteht die Faszination von Knausgårds Schreiben? Was ist das für ein Mensch, der so schonungslos das Private zum literarischen Thema macht? Wir begeben uns auf eine Reise auf den Spuren Karl Ove Knausgårds, sprechen mit seinem Übersetzer, mit Bewunderern und Kritikern, mit «Knausomanen» und Knausgardhassern, die uns schildern, was das Buch bei ihnen persönlich und bei einem Teil der Gesellschaft ausgelöst hat.

Beiträge

  • Was steht überhaupt drin? Eine Inhaltsangabe

    Es ist nicht mehr, aber auch nicht weniger als der Blick auf ein ganzes Leben, von der Kindheit in Norwegen im Schatten eines tyrannischen Vaters bis zur Gegenwart als Schriftsteller und vierfacher Vater, im Hamsterrad der familiären Pflichten. Meisterhaft verbindet Knausgård die akribische Nahaufnahme mit der philosophischen Reflexion, und dies in absoluter Offenheit und Schonungslosigkeit sich selber und anderen gegenüber - ein autobiografisches Schreiben, wie es vorher noch nicht existierte.

    Sibilla Semadeni, Meili Dschen

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  • Was halten die Kritiker davon? Eine Einordnung

    Sechs Bände umfasst Knausgårds Autobiografie. Auf Norwegisch heisst sie «Min Kamp», ins Deutsche sind mittlerweile vier Bände übersetzt, unter den Titeln «Sterben», «Lieben», «Spielen», «Leben». In 22 Sprachen ist das Werk jetzt erhältlich, das Knausgård-Fieber grassiert weltweit, und die Kritiker loben fast einhellig die Einmaligkeit des Projekts, die kompositorische Brillanz, die Radikalität des Zugriffs. Doch es gibt auch skeptische Stimmen: Ist das Ganze nicht doch ein zeitgeistkompatibler Hype? Banal und sogar langweilig? «Kulturplatz» hat sich bei namhaften Literaturkritikern umgehört.

    Sibilla Semadeni

  • Was geschah in Skandinavien? Eine Wirkungsgeschichte

    In seiner Heimat Norwegen und in Schweden, wo Knausgård jetzt lebt, schlägt die Veröffentlichung ein wie eine Bombe. Die ungeschönte Offenlegung von Knausgårds Innenleben, seiner Liebschaften, seiner familiären Beziehungen, seiner Ehekrisen provoziert heftige Diskussionen. Familienmitglieder drohen mit juristischen Schritten, die gesellschaftliche Debatte dreht sich um die Frage, wieweit man das Private öffentlich machen darf. Gerade in einem Land wie Norwegen, das die harmonische Gemeinschaft hochhält, verstösst Knausgård gegen vielerlei Tabus.

    Stefan Zucker

  • Und was meint Karl Ove Knausgård? Eine Begegnung

    Nie hätte er vermutet, dass das Buch sein Leben dermassen auf den Kopf stellen konnte. Was ist seit der Veröffentlichung bei Knausgård geschehen, und wie geht er um mit dem Rummel und den Kontroversen? Hat er erreicht, wovon er immer träumte, nämlich etwas wirklich Grosses hinterlassen? «Kulturplatz»-Redaktorin Sibilla Semadeni, bekennende Knausgård-Verehrerin, fuhr nach Südschweden, wo sie dem Vielgerühmten und Vielgeschmähten in seinem ländlichen Rückzugsort begegnete.

    Sibilla Semadeni

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