Ein Spezial zum Schweizer Buchpreis 2016

  • Mittwoch, 2. November 2016, 22:25 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 2. November 2016, 22:25 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 3. November 2016, 6:00 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 3. November 2016, 11:00 Uhr, SRF 1
    • Freitag, 4. November 2016, 8:30 Uhr, SRF info
    • Freitag, 4. November 2016, 9:35 Uhr, SRF info
    • Freitag, 4. November 2016, 11:25 Uhr, SRF info
    • Freitag, 4. November 2016, 12:30 Uhr, SRF info
    • Freitag, 4. November 2016, 13:30 Uhr, SRF info
    • Freitag, 4. November 2016, 17:30 Uhr, SRF info
    • Sonntag, 6. November 2016, 8:40 Uhr, SRF info
    • Sonntag, 6. November 2016, 15:05 Uhr, SRF info

Wenn zur Familiengeschichte Kriegsverbrechen gehören, ein Kindstod verschuldet oder einfach «nur» Untreue sichtbar wird, was passiert dann mit uns? Die potenziellen Preisträger verhandeln in ihren Werken existenzielle Fragen. Diese bespricht Eva Wannenmacher mit Nicola Steiner vom «Literaturclub».

Beiträge

  • Christian Kracht: «Persönlichstes Werk»

    Christian Kracht wurde in Saanen geboren und wuchs teils im Berner Oberland auf. Heute lebt er als Kosmopolit, der überall und nirgends zu Hause ist. Und gilt als einer der umstrittensten Autoren des deutschsprachigen Raumes. Nun legt er mit «Die Toten» ein Buch vor, das hauptsächlich im Japan der 1930er-Jahre spielt. Darin soll ein Schweizer Regisseur für eine deutsche Produktionsfirma den asiatischen Markt erobern – und so die Vormachtstellung der US-Amerikaner brechen. Das geht nicht ohne Verluste. Diesen Roman erachtet Kracht – nach eigener Aussage – als sein «persönlichstes Werk».

    Christian Walther

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  • Michelle Steinbeck: Fantastische Überraschung

    Es ist die Überraschung im Schweizer Literaturbetrieb 2016: Mit ihrem Debütroman «Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch» schaffte es die erst 26-jährige Michelle Steinbeck auf die Longlist des Deutschen Buchpreises – und auf die Shortlist des hiesigen Wettbewerbs. Das gab es noch nie bei einem Schweizer Erstling. Die Absolventin des Bieler Literaturinstitutes scheint mit ihren fantastisch-absurden Sprachbildern einen Nerv der Zeit getroffen zu haben.

    Julia Bendlin

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  • Sacha Batthyany: Fesselnde Vergangenheitsbewältigung

    Zu den Nominierten gehört auch Sacha Batthyany, dessen Buch der «Kulturplatz» schon bei früherer Gelegenheit vorgestellt hat: «Und was hat das mit mir zu tun?» Es schildert, wie der Zürcher Journalist durch Zufall erfährt, dass seine Grosstante Margit kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs ein Massaker an 180 Juden guthiess. Batthyany macht sich daran, seine Familiengeschichte zu erforschen und der Frage nachzugehen, die zum Buchtitel führen wird. Dabei stellt er sich immer wieder auch die Frage: «Wie prägen die Taten meiner Familie mein Leben?»

    Sandra Steffan

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  • Charles Lewinsky: Gewagtes Gedankenexperiment

    Wie Sacha Batthyany war auch Charles Lewinsky bereits im «Kulturplatz» zu Gast, als sein nun nominiertes Buch erschien. Er fragt: Was wäre, wenn wir wiedergeboren würden – und dies erst noch mit dem Bewusstsein aus unserem früheren Leben? Der Autor wagt im Roman «Andersen» dieses Gedankenexperiment und lässt die Hauptfigur, einen alten Mann, als Fötus wiedererwachen. Der Traum von der zweiten Chance im neuen Körper entwickelt sich für Eltern und Kind zum Albtraum.

    Nino Gadient

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  • Christoph Höhtker: Rasante Abwärtsfahrt

    Der Roman «Alles sehen» wirbelt zahlreiche Schicksale erst zusammen, um sie gleich wieder auseinander zu treiben. Und das in einer Stadt namens B. – womit unverkennbar Bielefeld gemeint ist. Hier wurde die Soziologie quasi erfunden. Sie spielt denn auch eine tragende Rolle im Buch eines Autors, der selbst ehemaliger Soziologiestudent und aus Bielefeld ist, heute aber in Genf lebt. Mit helvetischer Distanz und norddeutscher Empathie tritt er mit seinem bunten Roman-Personal eine rasante Abwärtsfahrt an. Wohin das führen soll, weiss keiner. Nur eins ist klar: Das zu lesen bringt Vergnügen.

    Annette Scharnberg

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  • Serie, Teil zwei: Phyllida Barlow – Kunst, Kohle und Krempel

    Die Kunsthalle Zürich wird dieser Tage umgebaut, doch der Ausstellungsbetrieb geht weiter, denn Phyllida Barlow macht aus Bauschutt Kunst. Die zweite Folge der dreiteiligen Serie zur renommierten Bildhauerin zeigt, wie die Britin im Chaos des Umbaus eine skulpturale Form findet. Gleichzeitig muss Kunsthalle-Direktor Daniel Baumann ein Finanzloch stopfen. Schafft er es, neue Sponsoren für seine teuren Ausstellungsräume zu finden?

    Nino Gadient

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