Erinnern, gedenken, vergessen

  • Mittwoch, 12. Oktober 2016, 22:25 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 12. Oktober 2016, 22:25 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 13. Oktober 2016, 6:00 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 13. Oktober 2016, 10:55 Uhr, SRF 1
    • Freitag, 14. Oktober 2016, 8:35 Uhr, SRF info
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Erinnerungen sind der Bodensatz des Lebens, doch das Gedächtnis ist kein exakter Datenspeicher. Wie stimmig sind Memoiren, oder Geständnisse und Zeugenaussagen vor Gericht, und wie verlässlich ist das kollektive Gedächtnis? «Kulturplatz» diesmal ist das Berner Filmarchiv Kinemathek Lichtspiel.

Beiträge

  • Wie labil unser Erinnerungsvermögen in Wahrheit ist

    Die Psychologin Julia Shaw demonstriert, wie sie einem Menschen falsche Erinnerungen einpflanzt, Erinnerungen an eine Handlung oder Beobachtung, die es gar nie gab. Damit liefert sie die Erklärung für das seltsame Phänomen der Schuldgeständnisse von Unschuldigen vor Gericht, wie auch für die vielen Fälle falscher Zeugenaussagen. Für die Forschung ist klar: Das Gehirn ist manipulierbar, kann unbewusst «Erinnerungen» erfinden, es ist kein Verlass auf das Gedächtnis. Ein beunruhigender Einblick in die labilen Mechanismen des menschlichen Erinnerungsvermögens.

    Eduard Erne

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  • Wie ein Schelmenroman für die Würde Demenzkranker eintritt

    Dank vorgetäuschter Demenz erschleicht sich ein alter Mann Kost und Logis in einem Pflegeheim. Aus der Sicht dieses 91-Jährigen erzählt der 32-jährige Frédéric Zwicker vom Alltag auf der Alzheimerstation, von schrulligen Mitinsassen und nachlässigen Pflegern, vom Stillstand der Zeit, von Liebe und Tod. Der Autor hat die Tragödie des Gedächtnisverlustes in der eigenen Verwandtschaft erlebt und sich zudem mehrere Monate als Hilfskraft auf einer Demenzabteilung engagiert. Sein Debüt in der Tradition des Schelmenromans bietet eine überraschende Perspektive auf die schwierige Thematik.

    Sibilla Semadeni

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  • Wie ein Architekten-Duo Bilder für historisches Gedenken schafft

    Ausstellungen in Museen und Gedenkstätten so gestalten, dass sie Historisches lebendig vermitteln, sich tief ins Gedächtnis einprägen, dass sie berühren und aufwühlen, aber die Besucher nicht schockieren oder verletzen: Diese Gratwanderung beherrscht das Schweizer Büro Holzer Kobler Architekturen aufs Beste. Immer wieder wird es mit komplexen Installationen und Szenografien beauftragt, unter anderem in der «Weissen Stadt» von Tel Aviv, die zum UNESCO-Welterbe zählt, und bei der neuen Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald.

    Jürg Gautschi

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  • Wie tückisch die Aufarbeitung von Geschichte sein kann

    Die Berner Theatergruppe «PENG! Palast» reist für ein Bühnenprojekt nach Israel. Dabei trifft der Enkel eines Nazi-Verbrechers auf den Enkel eines Holocaust-Überlebenden. Damit beginnt ein irrwitziges Gerangel um Vorurteile, um Erinnerung und um den richtigen Umgang mit Historie. Dies ist der Plot des fiktional-satirischen Dokumentarfilms «Holycoaster S(hit) Circus». Eine regelrechte Achterbahnfahrt durch das Labyrinth des Holocaustgedenkens. Am Ende bleiben nur Fragen: wahr oder falsch, echt oder gespielt, historisch korrekt verarbeitet oder dramaturgisch frei interpretiert?

    Sandra Steffan

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