Matera – von der Schande zur Kulturhauptstadt 2019

  • Mittwoch, 6. März 2019, 22:25 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 6. März 2019, 22:25 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 7. März 2019, 5:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 7. März 2019, 11:30 Uhr, SRF 1
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Einst als Schande Italiens verpönt, wird die süditalienische Stadt Matera mittlerweile stolz als Kulturhauptstadt Europas gefeiert. Der Tourismus boomt. Doch wieviel Veränderung verkraftet das Städtchen, ohne seinen Charakter zu verlieren? Welchen Preis zahlen die Bewohner für den erlangten Ruhm?

Carlo Levi schrieb in seinem Buch «Christus kam nur bis Eboli», das 1945 in Italien erschien, folgendes über Matera:

«Die Türen standen wegen der Hitze offen, und ich sah in das Innere der Höhlen (…) In diesen schwarzen Löchern sah ich Betten, elenden Hausrat und hingeworfene Lumpen. Auf dem Boden lagen Hunde, Schafe, Ziegen und Schweine. Im allgemeinen verfügt jede Familie nur über eine solche Höhle. Und darin schlafen alle zusammen. Männer, Frauen, Kinder und Tiere. Ich habe noch nie ein solches Bild des Elends erblickt.»

Der Autor, der während des italienischen Faschismus in die Basilikata verbannt wurde, beschreibt in seinem Buch die katastrophalen Lebensbedingungen der Menschen. 1948 lebten in 3’300 Räumen circa 15'000 Menschen unter katastrophalen hygienischen Zuständen. Matera galt seither als Schande Italiens. Niemand hätte sich damals vorstellen können, dass die Kleinstadt in Süditalien dereinst Kulturhauptstadt werden würde.

Nachdem die gesamte Altstadt in den 1950er Jahren geräumt wurde und nur noch Geisterstadt war, schlossen sich einige junge Stadtbewohner in den folgenden Jahrzehnten zu einer Bewegung zusammen, die die sogenannte Sassi wiederbeleben wollten. Tatsächlich gelang das Vorhaben in den 1980er Jahren. Matera avancierte von der Schande zum Unesco Weltkulturerbe und schliesslich – 2019 – zur Kulturhauptstadt von Europa. Eva Wannenmacher reiste in die Basilikata und sprach mit den Einwohnern von Matera.

Autorinnen: Marlene Maggi, Nicole Salathé und Annette Scharnberg