Mit Nina Mavis Brunner im Reich der Sexualität

Ob unterdrückt oder befreit, tabuisiert oder kommerzialisiert: Sexualität prägt das Leben. Nina Mavis Brunner erkundet das Reich des Sexunternehmers Edi Stöckli, berichtet über neue Filme zum Thema Geschlechtsleben und lüftet den Schleier, der die Sexualität in der arabischen Kultur verhüllt.

Beiträge

  • Neue filmische Einsichten über den triebgesteuerten Mann

    An der Berlinale erforschen auffallend viele Regisseure die männliche Lüsternheit aus neuen Perspektiven jenseits feministischer Deutungsmuster. Dass Männer Frauen auf Objekte reduzieren, gehört zum Kanon. Dass es auch andersrum geht, beweist der Schweizer Oliver Schwarz im Kurz-Dokumentarfilm «Traumfrau». Hollywood-Beau Joseph Gordon-Levitt zeichnet in seinem Regie-Debüt «Don Jon's Addiction» ein differenziertes Bild der Pornosucht. Und die Macher von «Lovelace» enthüllen, wie Linda Boreman durch «Deep Throat» in den 1970er-Jahren wider Willen zur Blowjob-Ikone wurde.

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  • Wie «Pornokönig» Edi Stöckli der Schweiz den Sexfilm bescherte

    Bei der heutigen Übersexualisierung ist kaum vorstellbar, wie stark das Geschlechtsleben vor 40, 50 Jahren von Tabus belegt war. Im Protest gegen diese verlogene Moral erkämpften die Jugend- und Studentenbewegungen der 1960er- und 70er-Jahre grosse soziale wie sexuelle Liberalisierungen. Die öffentliche Darstellung des Geschlechtlichen galt plötzlich als fortschrittlich, eine mediale Sexwelle brach los. In «Kulturplatz» spricht Edi Stöckli - der Schweizer Pionier von Sexfilm und Sexkino - über die Anfänge und die Veränderungen in seinem Gewerbe.

  • Ulrich Seidls Filmtrips in die peinvollen Abgründe der Sexualität

    Man schimpft ihn Sozialpornograph, dabei ist der österreichische Regisseur Ulrich Seidl ein Provokateur mit grossem Gespür für menschliche Schwächen. Seidl-Filme erkennt man an den eigenen, peinlichen Reaktionen auf seine Darstellung vor allem sexueller Abgründe. Auf der Berlinale feiert der dritte Teil seiner «Paradies»-Trilogie Premiere: «Paradies: Hoffnung». Seidl zieht: die beiden vorangegangenen Teile «Paradies: Liebe» und «Paradies: Glaube» liefen auf den Festivals von Cannes und Venedig. «Kulturplatz» stellt den filmischen Dreiteiler und dessen Macher vor.

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  • Wie das Verschleiern nackter Tatsachen die arabische Welt hemmt

    Das Thema Sex im Islam weckt schnell klischierte Phantasien aus «Tausendundeine Nacht», doch die Wahrheit hierzulande den meisten verborgen. In ihrem Buch «Sex und die Zitadelle» lüftet die Journalistin und Immunologin Shereen El Feki die Schleier und untersucht die individuellen und sozialen Realitäten im arabischen Geschlechtsleben. Fünf Jahre lang hat sie Frauen und Männer zu ihrem Intimleben befragt und ist überzeugt, dass es ohne sexuelle Liberalisierung weder politischen noch sozialen Fortschritt geben werde in der arabischen Welt.

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