Beat Kappeler: Wie die Schweizer Wirtschaft tickt

Die Lektüre des Sachbuches «Wie die Schweizer Wirtschaft tickt» bietet eine amüsante und mitreissende Zeitreise durch die letzten 50 Schweizer Wirtschaftsjahre und schliesst dabei so manche Halbwissenslücke.

 

Um es vorweg zu nehmen: Man wird nicht zum Wirtschaftsprofi, wenn man das Buch liest, begreift aber viele Zusammenhänge. Beat Kappeler schildert unterhaltsam und seiner eigenen Biografie entlang die Entwicklung verschiedener Schweizer Wirtschaftszweige seit 1945.

Neue Techniken mit erprobten Geschäftsmodellen verbinden

Nehmen wir die Informationstechniken, IT. Als der Sozialwissenschaftler Beat Kappeler mit Jahrgang 1946 in die Sek ging, erschienen gerade die ersten deutschen Taschenbücher. 63 Jahre später, also 2009, verkaufte Amazon an Weihnachten erstmals mehr Bücher elektronisch als physisch. Hier lässt sich eine wesentliche Aussage des Autors einbringen: Was die Schweizer am Besten können, findet er, sei neue Techniken mit erprobten Geschäftsmodellen zu verbinden, das heisst: Wie es die Amerikanischen Verlage schon lange tun, sollten auch unsere Verlage ihre Bücher vermehrt elektronisch verkaufen.

Weltwoche und Nebelspalter

Das Beispiel mit dem Büchermarkt ist ein Partikelchen aus einem umfassenden, vielfältigen Buch, das manche Lücke im Hirn füllt. Nebst der Informationstechnik nimmt Beat Kappeler Produktivität, Wirtschaftspolitik, die Interessen der Arbeiter und der Schweizer als Verbandsstaat und die Umwelt als Wirtschaftszweig unter die Lupe. Man muss kein Wirtschaftler sein, um das Buch zu lesen, aber man sollte die Schweiz kennen. Ob Firmen oder Medien: Das Buch nennt viele Namen und es ist gut, wenn man weiss, was den Nebelspalter von der Weltwoche unterscheidet ...

Autor/in: Tanja Kummer