Das Glück sieht immer anders aus

Ein 50. Geburtstag, ein Flugticket und eine Reise ins Ungewisse: Milena Moser auf der Suche nach dem Glück!

Sonntags bei Zukker.
Bildlegende: Sonntags bei Zukker. SRF 3

Nach der Trennung von ihrem Ehemann findet Milena Moser: Nun erst recht! Und fährt pünktlich zu ihrem 50. Geburtstag nach Amerika. Auf einer Reise quer durch die USA will sie sich treiben lassen, endlich tanzen lernen, eine neue Liebe und das Glück finden. Das Tanzenlernen gelingt nur halb, aber in Santa Fe ist Moser tatsächlich am Ziel, weil sie ihr Herz gleich mehrfach verliert: an die unfassbar schöne Landschaft, an ein romantisches Häuschen, und an den Verkäufer Frederic. Sie zieht ein. Doch weder das Haus noch Frederic erwidern ihre Zuneigung. Mit Charme und Humor meistert Milena Moser die Klippe der Lebensmitte und erzählt, wie sich das Glück tatsächlich finden lässt, auch wenn es anders aussieht als gedacht.

Leseprobe

Das Liebeswerben ist ein derart streng strukturiertes Ritual, dass ich oft dachte, es ist ein Wunder, wenn zwei sich trotzdem finden. Zum Beispiel darf eine Frau unter keinen Umständen Interesse zeigen oder einen Mann gar anrufen. Kommt dennoch ein erstes Treffen zustande, dient es dem Abhaken der Checkliste. Wie viel verdient er? ist er bereit für eine feste Bindung? will er Kinder haben, wenn ja, wie viele? Auf der Liste der Männer steht: Ist sie unkompliziert, sexy, fun? Also geben sich die Männer ernsthafter, als sie sich fühlen, die Frauen leichtherziger, als sie in Wahrheit sind. Keiner gibt zu erkennen, was er wirklich will. Wenn man sich gegenseitig vom Gegenteil dessen, was man eigentlich will, überzeugt hat, wird eine zweite Verabredung erwogen. An deren Ende kommt es zum Abschiedskuss. Die Chemie muss getestet werden, denn bei einem dritten Treffen wird Sex erwartet, endlich - oder schon?

Milena Moser: Das Glück sieht immer anders aus
Nagel & Kimche Verlag, 224 Seiten
ISBN: 978-3-312-00653-3


Und wie ergeht es dem anderen Geschlecht? David Nicholls bricht eine Lanze für die Gefühle der Männer!

»Ich habe das Gefühl, unsere Ehe ist am Ende, Douglas. Ich glaube, ich will dich verlassen«, verkündet Connie eines Nachts ihrem darauf absolut unvorbereiteten Ehemann Douglas. Nach über zwanzig Jahren glücklicher Ehe sei der ideale Zeitpunkt für eine Trennung und einen Neuanfang gekommen - jetzt, wo auch ihr Sohn Albie bald ausziehe. Doch der letzten gemeinsamen, bereits geplanten Reise, soll laut Connie dennoch nichts im Wege stehen. Unterwegs erinnert sich Douglas an ihre zahlreichen Erlebnisse und an die verschiedenen Phasen ihrer Beziehung und hofft, seine Frau auf dieser Reise zurückzugewinnen.

Leseprobe

Letzten Sommer, kurz bevor mein Sohn aufs College ging, weckte mich meine Frau mitten in der Nacht.
Zuerst dachte ich, es gehe um Einbrecher. Seit wir aufs Land gezogen waren, schreckte sie beim kleinsten Knarren, Ächzen oder Rascheln aus dem Schlaf. Ich versuchte immer, sie zu beruhigen: Das ist nur die Heizung, das sind nur die Holzbalken, die sich ausdehnen oder zusammenziehen, das sind nur Füchse. Ja klar, antwortete sie dann, Füchse, die den Laptop mitgehen lassen, Füchse, die Autoschlüssel klauen und wir lauschten in die Dunkelheit. Es gab zwar einen »Notfallknopf« neben unserem Bett, doch ich konnte mir nicht vorstellen, ihn jemals zu drücken, denn der Alarm könnte ja jemanden stören einen Einbrecher zum Beispiel.
Ich bin zwar kein besonders mutiger oder imposanter Mann, aber in jener Nacht seufzte ich nur, warf einen Blick auf die Uhr kurz nach vier , ging die Treppe runter, stieg über unseren nutzlosen Hund und tappte von Zimmer zu Zimmer, um alle Fenster und Türen zu kontrollieren.
Wieder im Schlafzimmer, sagte ich: »Alles bestens. Wahrscheinlich nur Luft in den Wasserrohren.«
»Wovon sprichst du?«, fragte Connie, die sich unterdessen aufgesetzt hatte.
»Alles in Ordnung, keine Einbrecher weit und breit.«
»Wer redet denn von Einbrechern? Ich sagte, ich habe das Gefühl, unsere Ehe ist am Ende, Douglas. Ich glaube, ich will dich verlassen.«
Eine Weile saß ich stumm auf der Bettkante.
»Na ja, wenigstens sinds keine Einbrecher«, sagte ich schließlich, doch keiner von uns lächelte, und beide machten wir in dieser Nacht kein Auge mehr zu.

David Nicholls: Drei auf Reisen
Kein & Aber Verlag, 544 Seiten
ISBN: 978-3-0369-5701-2

Autor/in: Nora Zukker