Die Leiche, die vom Himmel fiel

Der Privatdetektiv Vijay Kumar ermittelt zum dritten Mal. Oder besser: Er würde gerne ermitteln, hätte ihm seine Mutter nicht heiratswillige Inderinnen auf den Hals gejagt.

Sunil Mann: Uferwechsel (grafit Verlag)
Bildlegende: Sunil Mann: Uferwechsel (grafit Verlag)

In einem Wald nahe Zürich wird eine übel zugerichtete Leiche gefunden. Der 34jährige Privatdetektiv Vijay Kumar macht sich vor Ort ein Bild des Verbrechens und wird auf einen abgebrochenen Ast über der Leiche aufmerksam. Der junge Mann, mutmasst Kumar, könnte aus dem Radkasten eines Flugzeugs gefallen sein, während er versucht hat, illegal in die Schweiz einzureisen.

Doch dann erhält er einen anonymen Anruf von einem verzweifelten Mann, der ihn inständig bittet, den Tod aufzuklären. Nun ermittelt Kumar in eine ganz andere Richtung - vielleicht war der Tote ein Stricher und der anonyme Anrufer sein Lover oder gar Arbeitgeber? Während Kumar im Milieu recherchiert, sorgt sich seine Mutter darum, dass ihr Sohn immer noch keine Frau hat. Sie setzt eine Kontaktanzeige mit Adressangabe in die Zeitung und bald finden sich die ersten heiratswilligen Inderinnen bei Kumar ein.

Der Zürcher Schriftsteller Sunil Mann ist - mit ausdrücklichem Wohlwollen formuliert - ein gewieftes Schlitzohr. Er erzählt schnell und originell, manchmal im Plauderton, aber ohne die Handlung aus den Augen zu verlieren oder mit ernsten Themen Schabernack zu treiben. Und er gibt Zürich mit seinen Plätzen und Strassen detailliert wieder, was nicht steril, sondern atmosphärisch wirkt und diesen Krimi auch für Krimifans ausserhalb von Zürich ausserordentlich lesenwert macht.

Autor/in: Tanja Kummer