Es war einmal ... ein gutes Buch!

Warum in die Ferne schweifen? An Orte wie den Wald Irgendwo oder das Schloss Ganzwoanders? Die Märchen im Buch «Der Schweizer Märchenschatz» stammen alle aus der Schweiz.

Der Schweizer Märchenschatz (Diedrichs)
Bildlegende: Der Schweizer Märchenschatz (Diedrichs)

 

Im «Schweizer Märchenschatz» finden sich 68 Märchen aus der ganzen Schweiz - vom Wallis bis nach St. Gallen, vom Jura bis ins Bündnerland. Sie sind zwischen ein und zehn Seiten lang und zumeist in Hochdeutsch, schliesslich wurden die Märchen auch aus dem Italienischen, Französischen und Rätoromanischen übersetzt. Jedes Märchen ist in Inhalt und Tonfall anders, sei es witzig, unheimlich, weise, gruslig und so weiter. Die Texte sind mit wenig Bildern illustriert, die an Comics erinnern. Es ist also kein Bilderbuch, das man getrost in Kinderhände geben kann. Einige Märchen eignen sich gut zum Vorlesen - aber nicht alle ...

Märchen tun einfach gut

In einigen Märchen in diesem Buch wird kein Blatt vor den Mund genommen: «Der Arschvergolder» heisst beispielsweise eine Geschichte aus dem Jura: Ein Bub braucht Geld und bietet darum an, den Menschen ihren Allerwertesten zu versilbern und zu vergolden. In seinen Mal-Kesselchen sind aber nur Eiweiss und Eigelb.
Menschenfresser, Schweinehirt, Stieftochter, Prinzessin, Jäger und das Fröschlein - typische Märchenfiguren geben sich in diesen Schweizer Märchen ein Stelldichein und zwischen den Zeilen werden uralte Lebensweisheiten erzählt. Wenn man Märchen liest, fühlt man sich einfach wohl, sie tun gut - egal, ob man ein hemdsärmliges Märchen aus dem Tessin oder ein verspieltes Märchen aus dem Wallis liest.

Autor/in: Tanja Kummer