Flaschendrehen furioso

Wer erinnert sich noch ans Flaschendrehen von anno damals? Beliebt auf dem «Fez» und überall, wo Halbwüchsige unter sich waren. Dieser spassig-sentimentale Roman erzählt was passiert, wenn Erwachsene «zur Flasche greifen.»


Autor John Friedmann ist quasi ein alter Bekannter. Zusammen mit Florian Simbeck war er als Comedy-Duo «Erkan und Stefan» und mit der Mixtur aus Münchner Dialekt mit Amislang und türkischem Akzent äusserst erfolgreich.

John Friedmann spielt unterdessen in anspruchsvollen Filmen mit und hat mit «Flaschendrehen furioso» gerade seinen ersten und gelungenen Roman vorgelegt. In diesem freut sich der Münchner Carlo auf die Ferien in Italien. Er hat mit seiner Freundin Anna ein Haus gemietet, dort will er ihr einen Antrag machen. Anna hingegen sieht diese Ferien als letzte Station ihrer Beziehung - sie will sie beenden. Aber das ist nicht das einzige Problem.

Von Zicken und Stichen

Als sie im schmucken Haus ankommen, finden sich dort noch andere Paare und eine Single-Lady ein. Alle haben einen Vertrag, der ihnen attestiert, dass ihre Anwesenheit rechtens ist, sprich: Alle haben das Haus zur selben Zeit gemietet - von einem Betrüger.

Niemand will kuschen und wieder abreisen, so bleiben alle da, auch wenn sich die Anwesenden teilweise nicht ausstehen können, es kommt zu vielen Zicker- und Sticheleien. Es gibt nur eines, was sie alle mögen: Carlos Essen.

Als sie eines Abends Flaschendrehen spielen, eskaliert die Situation. «Flaschendrehen furioso» ist eine schwungvolle, erstklassige Ferienlektüre, wartet mit witzigen Wendungen und Lebensphilosophie auf unkompliziertem Level und den Topthemen Liebe und Freundschaft auf.

Leseprobe

Seite 51, Carlo und Anna begegnen in «ihrem» Ferienhaus dem Pärchen Heiko und Sandra, die Männer geraten aneinander und Anna denkt: Das Mädel war anscheinend viel netter als ihr peinlicher Freund, gestand sich Anna ein. Nettes junges Ding, schnappt sich aber ausgerechnet den grössten Hornochsen, der herumläuft. Auf der Palette der männlichen Paviane, die ständig mit ihren knallroten Ärschen prahlten und sich für den Höhepunkt der Schöpfung hielten, da hatte dieser Ossi mit Sicherheit einen VIP-Platz. Womöglich war sie auch noch unsterblich in ihn verliebt, wollte ihn bald heiraten, ganz in Weiss, und dann viele Kinder von ihm haben. Was war eigentlich aus der Emanzipation geworden?