Florian Meimberg: «Auf die Länge kommt es an»

Der zweideutige Titel ist mit Abstand das Unoriginellste an diesem Buch, in dem man allerkürzeste Literatürchen findet, die ihre manchmal bitterbösen Botschaften auf den Punkt bringen.

140 Zeichen zählen die Textchen in diesem Buch und sind damit genau so lang wie eine Twitter-Nachricht. Der Schöpfer der Tiny Tales, der deutsche Werber Florian Meimberg, versteht sich perfekt darauf, «So könnte es auch gewesen sein»-Fantasien in eine dramaturgisch durchdachte Form zu bringen.

Passend zum nächsten Jahr das folgende Tiny Tale: ... 2012. "Mist!", grummelte Yum. Die Steinplatte war voll. Er legte den Keil beiseite. Dann war er eben jetzt fertig - der Maya-Kalender. Der Autor ist Spezialist in Zeitreisen: Seine Texte bedienen sich an Stoffen der Vergangenheit und experimentieren mit Science Fiction.

Packen Sie die Koffer für Gedankenreisen!

Die Geschichtchen sind Kapiteln wie «Pech», «Chaos» oder «Leben» zugeteilt und bedienen sich gerne an pechschwarzem Humor und frönen nur ganz selten unbeschwerter Fröhlichkeit. Das Buch passt perfekt in die aktuelle «Stress vor dem Fest»-Phase, da man immer wieder ein Häppchen lesen kann.

Aber Achtung: Das Buch ist nachhaltig: Nach dem Fest liegen Sie mit Sicherheit auf dem Sofa und überlegen sich, wie es wäre, wenn die Pyramiden von Gizeh nur der kleine, sichtbare Teil eines riesigen unterirdischen Objektes wären ...

Autor/in: Tanja Kummer