Friedrich von Borries: 1WTC

1WTC - One World Trade Center: So heisst der Wolkenkratzer, der auf dem Ground Zero in New York gebaut wird. Der deutsche Architekt Friedrich von Borries erzählt die - wer weiss - wahre Geschichte des Künstlers Mikael Mikael, der vom Geheimnis im Keller des 1WTC erfährt.

 

Der Autor behauptet, er erzähle die wahre Geschichte des deutschen Künstlers Mikael Mikael, der mit einem Stipendium in der Tasche nach New York übersiedelt um dort ein Kunstprojekt zu realisieren. Im Zentrum dessen stehen die unzähligen Überwachungskameras, die nach den Anschlägen auf die Türme des World Trade Centers vor zehn Jahren installiert wurden. Er will mit diesen filmen. Richtig: MIT ihnen. Hier kommt Syana ins Spiel.

Unheimliches Get-Together von Fiktion und Realität

Die geübte Hackerin Syana wird Mikaels Komplizin, in dem sie die Überwachungskameras hackt, aber auch seine Geliebte. Dass sie heimlich an einem Spiel herumtüftelt, in dem Fiktion und Realität auf unheimliche Weise ineinander über- und aufgehen, erfährt Mikael zu spät. Friedrich von Borries verblüfft in seinem Roman (die Bezeichnung lässt klar auf Fiktion schliessen) mit vielen Infos zur Geschichte des 1WTCs und allerhand Personen und Begriffen (z.B. woher hat der «Ground Zero» seinen Namen?) die mit 9/11 im Zusammenhang stehen.

Absurd? Ja. Nein. Vielleicht.

So bringt man sich mit dem faszinierend ungemütlichen Roman auf den neusten Stand, was die Gestaltung des Ground Zeros angeht und wird gleichzeitig mit Szenarien unterhalten, bei denen man beim Lesen leer schluckt: Tom, eine Nebenfigur im Buch, arbeitet zum Beispiel als Architekt für das Büro, dass das 1WTC entworfen hat und soll im Keller einen Raum einrichten, in dem islamistische Terrorverdächtige verhört werden sollen und zwar so: Raumbau und Dekoration täuschen ihnen vor, dass sie bereits einen Märtyrertod gestorben sind und sie werden von einem vermeintlichen anderen Märtyrer zum Plaudern gebracht. Absurd? Ja. Nein. Vielleicht. Lesen Sie selber.