Jesus lebt...

... und zwar als Klon. Behauptet ein Professor, dieser steckt die Info einem Journi, der wiederum schon lange auf seinen Durchbruch wartet und die Nachricht auf dem Petersplatz verbreitet. Das Chaos ist perfekt.

Der geklonte Jesus hält die Kirche in Atem.
Bildlegende: Der geklonte Jesus hält die Kirche in Atem.

Die Geschichte lässt niemanden kalt - nicht die Zuschauer am Fernsehen, nicht das Publikum vor Ort im Vatikan und auch uns nicht, die LeserInnen des Thrillers. Klar kann man denken: Alles nicht so wild, ist ja nur ein Buch, aber die Gedanken spinnen weiter: Was, wenn Jesus tatsächlich geklont würde? Was würde das für die Menschheit und für die Kirche bedeuten?

Im Buch ist der geklonte Jesus ein Kind und unter den Fittichen des Professors, der behauptet, dass aus dem Turiner Grabtuch und dem Schweisstuch von Oviedo genug DNA gewonnen wurde, damit man Jesus klonen konnte. Ja, die Verstrickung von Wissenschaft und Religion kennt man von Dan Brown. Thomas Kowas Thriller bietet uns Schweizer Lesern aber ein Zückerchen.

Thomas Kowa wohnt in Bern und dort spielt sein Thriller unter anderem. Nicht nur der Lokalkolorit macht den Thriller sympathisch, sondern auch der unaufgeregte Basler Kommissar Alex Pandera. Er ist es denn auch, der fast zeitgleich mit den Ereignissen auf dem Petersplatz in ein Untersuchungslabor in Basel gerufen wird. Dort wurde ein Mann erstochen.

Pandera hat bald viele Infos über den Toten zusammen: Dass er zum Beispiel aus dem Jesuitenorden ausgetreten ist, um Labormitarbeiter zu werden. Und dass er mit Untersuchungen am Turiner Grabtuch beschäftigt war - im Auftrag des Vatikans. Ob am Ende gar die Kirche Jesus klonen wollte?

Leseprobe:

«Du bist die Zukunft», sagt er. «Die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft».
Der Zweijährige sah ihn mit grossen Augen an. «Sukunft», wiederholte er und lachte. Aber der Professor hatte sich schon wieder abgewendet. Er sass neben dem Jungen auf dem Parkettboden und blätterte in einer Bibel mit ledernem Einband Er suchte eine Weile darin, dann legte er sie zur Seite und sah wieder zu dem kleinen Jungen. «Wir werden bald an die Öffentlichkeit gehen», sagte er und strich ihm durch dessen schwarzes Haar. «Die Zeit ist reif, der Welt zurückzugeben, worauf sie zweitausend Jahre lang gewartet hat.»

Autor/in: Tanja Kummer