Nina Jäckle: Zielinski

Die deutsche Autorin Nina Jäckle schafft mit «Zielinski» eine ganz aussergewöhnliche Art des Psychothriller. Was die Bücher dieses Genres und so auch dieses vor allem auszeichnet ist, dass man sie nicht weglegen kann.

Zielinski ist oft ein feiner Herr: Gutaussehend, charmant und geistreich. Aber manchmal ist Herr Zielinski auch absolut unberechenbar und kaum auszuhalten. Das kriegt der 44-jährige Herr Schoch, bei dem Zielinski eingezogen ist - genauer: in eine Holzkiste in Schochs grösstem Zimmer - immer wieder zu spüren.

Es ist schwer zu sagen, wer zuerst merkt, dass etwas nicht stimmen kann: Der Leser oder Herr Schoch. Schliesslich wissen aber beide: Es gibt keinen Herr Zielinski. Während der Leser dies aber immer weiss, geht es bei Schoch immer öfters vergessen.

Zielinski am Steuer

«Zielinski» ist eine unzimperliche und kluge Darstellung eines psychischen Sonderzustandes, den manch einer schon im Kleinen kennengelernt hat: Es gibt Gedanken, die man nicht denken will, die sich aber aufdrängen und sich nicht bannen oder bändigen lassen. Schoch kann die Vorstellung Zielinski nicht ausblenden, bis sie das Steuer von Schochs Lebenschiff übernimmt und sein Leben zu bestimmen beginnt.

Nina Jäckle zeigt in ihrem atemberaubenden Buch nicht nur Schoch und seine Innen- sondern auch die Aussenwelt, die die Handlung der Geschichte vorantreibt: Was passiert zum Beispiel wenn die Nachbarin bei Schoch (und Zielinski ...) zu Besuch kommt?

Nina Jäckle / Zielinski
Klöpfer&Meyer Verlag, 186 Seiten
ISBN: 978-3-86351-002-2

Autor/in: Tanja Kummer