Nuran David Calis: Der Mond ist unsere Sonne

Für Türsteher ist die Nacht der Tag: Der Mond ist ihre Sonne. Im Club, in dem Alen als Türsteher arbeitet, geben HipHop Beats und Drogen den Ton an. Alens Cousin beginnt im Club zu dealen. Ein Verbrechen nimmt seinen Lauf.

Nuran David Calis und Alen, die Hauptfigur seines Romans, haben einige Gemeinsamkeiten. Sie sind Söhne jüdisch-armenischer Migranten aus der Türkei und arbeiten als Türsteher in einem Bielefelder Club, in dem Fäuste schneller sprechen als der Mund. Beziehungsweise: Haben gearbeitet. Denn der 1976 in Bielefeld geborene Autor Nuran David Calis hat dank seiner Ex-Freundin das Theater entdeckt und verfasst nun erfolgreich Theaterstücke. In einem autobiografischen Bericht schreibt der Autor:

Singt Chuck D nicht das gleiche, was Büchner geschrieben hat? Oder ist Tupac nicht wie Schiller? Beide wollen eine Gesellschaft in der die Freiheit des Einzelnen, die Freiheit, sein Leben selbst zu bestimmen, sein eigenes persönliches Leben zu leben, unabhängig zu sein, Stolz zu sein, zu lieben was man liebt, sich über Schranken hinweg zu setzen, im Mittelpunkt steht! (Auszug)

Wo ist Heimat?

Alen ist Türsteher, seit sein Vater gestorben ist. Da hat er die Schule geschmissen und zu arbeiten begonnen, damit er sich und seine Mutter durchbringen kann. Er kämpft sich durch den Alltag und hat immer wieder deprimierende Gefühle: Wo ist Heimat? Weder mit Armenien oder der Türkei noch mit Deutschland fühlt er sich richtig verbunden. Er verliebt sich in Flo, die aus gutem Hause kommt und sich in diesem eingesperrt fühlt. Ihr Glück währt nicht lange: Alen wird in ein Verbrechen verwickelt, das sein Cousin angezettelt hat.
Authentisch, wütend und manchmal stürmisch zärtlich: Das ist «Der Mond ist unsere Sonne», der Debütroman von Nuran David Calis.

Autor/in: Tanja Kummer