Rayk Wieland: Kein Feuer, das nicht brennt

Fälschen und philosophieren: Darum geht es im Roman des deutschen Schriftstellers, der für das renommierte Satiremagazin «Titanic» schreibt.

 

Ist es eine Lüge, wenn man die Wahrheit verschweigt? Der deutsche Reisereporter W. schreibt für die renommierte «International Geographie Revue». Zuletzt eine fesselnde Reportage über Nordkorea. Die dummerweise auch der nordkoreanische Attaché in Berlin liest. Er erkundigt sich - «Nein», heisst es aus Nordkorea, «W. war nie im Land». Alle erfolgreichen und detailgetreuen Reportagen, die W. bis dato geschrieben hat, hat er bequem am Schreibtisch zusammenrecherchiert, er hat Deutschland nie verlassen.  Als er gefragt wird: «Gibt es einen Grund, warum Sie nicht reisen?» sagt er: «Nein, es gibt keinen Grund. Keinen Grund es zu tun.

Die Chinesische Mauer und die blonde Kim

Sein Arbeitgeber bei der «International Geographie Revue» stellt W. flugs auf die Strasse. Nach einer kurzen Verzweiflungsphase, die er with a little help from a friend übersteht, geht er in die Offensive und auf die erste Reise seines Lebens. In China sieht er die Chinesische Mauer zum ersten und die blonde Kim zum zweiten Mal.
Der Titel des Buches bezieht sich auf die Kaminfeuer, die man sich im Fernseher ansehen kann, auch per DVD: Flatscreengross, so dass man kein echtes Cheminee mehr braucht. Ein Fake also. Wie ein Reisejournalist, der noch nie gereist ist. Wer Satire und Philosophie gerne im Doppelpack und Texte am liebsten flott und flüssig geniesst, ist mit diesem Roman gut beraten.

Autor/in: Tanja Kummer