«Ich nannte ihn Krawatte» von Milena Michiko Flašar 4/10

Nicht nur beim 20ig-jährigen Hiro ist der Drang zu erzählen enorm stark. Auch der so viel ältere Ohara braucht das Gespräch, im europäischen Verständnis sind die Zwei wie Beichtväter füreinander.

2 Menschen sitzen auf einer Parkbank vor einem blühenden Baum.
Bildlegende: Hiro und Ohara vertrauen sich viel an. Colourbox

Der Selbstmordversuch seines Dichterfreundes Kumamoto war für Hiro der Auslöser, in die Introvertiertheit zu fliehen. Ohara erzählt, warum er gekündigt worden ist. Hiro begründet seine umfassende Verweigerung, das hat mit kindlicher Liebe und Gewalt in der Schule zu tun. Ohara begründet, warum er seiner Frau Kyoko nicht über den Rausschmiss berichten kann. Auch das hat mit Liebe zu tun. Desillusionierung und Ernüchterung sind wichtige Themen für Beide. Beide stellen fest, dass sie die eigenen Grössenvorstellungen nicht realisieren können. Das tut weh und stellt den Alltag auf den Kopf.

Mit: Stefan Roschy (Hiro), Hanspeter Müller-Drossaart (Ohara)

Technik: Mirjam Emmenegger und Ueli Karlen - Regie: Margret Nonhoff - Produktion: SRF 2016 - Dauer 26‘

Aus urheberrechtlichen Gründen können wir Ihnen die Lesung nur bis zum 21. Juni 2016 zum Nachhören anbieten.

Redaktion: Margret Nonhoff