«Romeo und Julia auf dem Dorfe» von Gottfried Keller 1/6

Gottfried Keller verlegt den Schauplatz dieser berühmten Liebesgeschichte in ein Dorf seiner Heimat: Zwei junge Leute, Sohn und Tochter wohlhabender Bauern, lieben sich trotz der erbitterten Feindschaft ihrer Väter.

Blick auf ein Feld, das von einem Weg durchtrennt wird.
Bildlegende: Manz und Marti statt Montague und Capulet streiten sich in Gottfried Kellers Version von «Romeo und Julia». Colourbox

Zwei Bauern, Manz und Marti, Nachbarn aus einem Dorf bei Seldwyla, pflügen an einem Septembermorgen ihre Äcker. Getrennt werden die Äcker durch ein brachliegendes Feld, von dem beide Bauern bei Abschluss ihres Tagwerks noch jeweils eine tüchtige Furche reissen. Eigentümer der Brache ist vermutlich der »schwarze Geiger«, ein aus der Gemeinde Ausgeschlossener und in den Augen der Bauern ebenso verwildert wie sein Feld, der jedoch die nötigen Papiere nicht beibringen kann, die seinen Anspruch auf das Feld belegen würden. Manz kann schliesslich das Feld auf einer öffentlichen Versteigerung erwerben. Aber da sich Marti zuvor noch ein Dreieck aus dem Brachland ausgeschnitten hat, beginnt zwischen beiden Bauern ein ruinöser Rechtsstreit.

Sprecher: Gert Westphal - Produktion: SRF 1994 - Dauer 32

Redaktion: Johannes Mayr