«Toteninsel» von Gerhard Meier 4/7

Ein quasi ewiges Gespräch in Monologen, zeitlos und unzeitgemäss: so liesse sich das Textgespinst beschreiben, das der Schriftsteller Gerhard Meier in seiner «Amrainer Tetralogie» webt. Die beiden alten Freunde Baur und Bindschädler spazieren, kommentieren, sinnieren, beobachten und zitieren.

Eine Wiese im Sonnenlicht, im Hintergrund zwei Menschen
Bildlegende: Baur und Bindschädler spazieren, kommentieren, sinnieren, beobachten und zitieren. Keystone

Es ist ebenso banal wie fundamental: der Mensch ist mitten im Leben umgeben von Toten. «Dieses unbedingte Nebeneinander prägt die Dichtungen von Gerhard Meier. Sie sind ein Fest des Lebens und eine Feier der Toten. Das Gespräch der beiden Freunde Baur und Bindschädler schliesst immer auch die Verstorbenen mit ein.» (Roman Bucheli). Das Herz pumpt, die Uhren ticken, eine Lokomotive pfeift, die Wolken ziehen. «Bindschädler», sagt Baur, «es ist eine harte Sache, wenn der Tod Katz und Maus spielt mit einem. Aber wer wüsste das nicht?»

Mit Fritz Lichtenhahn (Baur) und Franz Matter (Bindschädler)

Musik: Fritz Hauser - Regie: Stephan Heilmann - Produktion: SRF 1997 Dauer: 38‘

Diese Produktion ist im Christoph Merian Verlag als Hörbuch (CD mit MP3-Dateien) erschienen und kann im SRF-Shop bestellt werden.

Redaktion: Reto Ott