Beim zweiten Anlauf klappt’s

Die grosse wahre Liebe erkennt man nicht immer auf Anhieb. Es gibt Paare, die lieben sich heftig in jungen Jahren und trennen sich trotzdem. Denn die Zukunft wartet mit neuen Liebschaften und Abenteuern. Doch wenn die erste wahre Liebe gross genug war, meldet sich irgendwann die Sehnsucht zurück.

Ein Film von Monika Schärer

«Liebe auf Umwegen – Beim zweiten Anlauf klappt’s» erzählt von Paaren, die sich lieben, trennen und Jahre später merken, dass sie doch zusammen gehören.

Sandra und Michael

Für Sandra war Michael die erste grosse Liebe. Die beiden Teenager trafen sich 1996 an einer Samichlaus-Party in Biel. Er war als Schmutzli verkleidet und ihr fielen vor allem seine leuchtend weissen Zähne in seinem schwarzen Gesicht auf. Beim Slowdance kam es zum ersten Kuss und zwei Wochen später waren sie ein Paar. Er schrieb ihr poetische Liebesbriefe, unterschrieb mit «Di Schätzu». Aber Sandra konnte keine Kinder haben, sagten die Ärzte damals. Darunter litt sie sehr. Michael jedoch hatte damit kein Problem, er hatte seine Traumfrau gefunden. Für ihn war die Sache klar. Doch Sandra wollte nicht den Erstbesten heiraten. Und so trennte sie sich von ihm, ging auf Reisen und verliebte sich in eine Frau. Michael litt zu Hause heftig an Liebeskummer, verbrannte alle ihre Briefe und versuchte, sich mit einer neuen Beziehung zu trösten. Aber er konnte Sandra nicht vergessen.

Während acht Jahren treffen sich Sandra und Michael an jeder Fasnacht in Büren an der Aare. Von Jahr zu Jahr wird ihre Beziehung distanzierter. Doch dann, plötzlich an der Fasnacht 2007, fängt Sandras Herz beim Anblick von Michael plötzlich wieder ganz heftig zu klopfen an. 11 Jahre sind vergangen seit der ersten Begegnung. Würde er einen zweiten Anfang wagen mit ihr und wie war das nochmals mit der Aussage der Ärzte damals, sie könne keine Kinder haben?

Jacqueline und Ueli

Eine heimliche Liebesaffäre erlebten Jacqueline und Ueli während ihrer Studienzeit an der Uni Zürich. Jacqueline war der erste Mensch, dem Ueli an der Uni begegnete. Im Frühling 1982 nahmen beide an einem Workshop im Tessin teil. Ueli fotografierte Jacqueline und in diesem Moment traf sie Amors Pfeil. Seine Pose, seine Art zu fotografieren, elektrisierten sie. Doch der Zeitpunkt war falsch. Ueli war bereits verheiratet und Vater eines kleinen Kindes. Auch Jacqueline war in einer Beziehung. Die beiden Ethnologiestudenten lebten ihre zarte Liebe dennoch, aber im Versteckten. Die gemeinsamen Ferien in Togo tarnten sie als Studienreise. Aber ihre Liebe war auf Dauer nicht lebbar, das wussten beide. Trotzdem verlief ihre Trennung heftig und emotional. Er hängte ihr das Telefon auf, sie schrieb ihm einen wütenden Brief. Dann ging jeder seinen Weg alleine weiter.

Jacqueline und Ueli verlieren sich aus den Augen. Beide leben in Zürich ihr eigenes Leben, auch Jacqueline heiratet. In dreissig Jahren laufen sie sich zufällig nur dreimal über den Weg. Diese Begegnungen sind peinlich und belanglos. Dann sieht sie ihn zufälligerweise im Fernsehen und er schickt ihr ein Mail mit dem Titel «Lost and Found». Die Voraussetzungen sind jetzt besser, doch so einfach ist es nicht, sich nach all den Jahren wiederzufinden. Und warum bellt Jacquelines Hund im falschen Moment beim ersten Wiedersehen?

Regie: Monika Scherrer
Kamera: Nathalie Kamber
Ton: Benoit Barraud
Schnitt: Christine Rüfenacht
Produktionsverantwortung: Andrea Hinder / Laura Lüthi
Redaktion: Michèle Sauvain
Leitung: Nathalie Rufer

Liebe auf Umwegen

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