Jetzt aber für immer

Amors Pfeil macht manchmal einen grossen Umweg, bis er das richtige Herz trifft. Die einen erkennen erst Jahrzehnte später, dass der Traumpartner einst im selben Schulzimmer sass. Wieder andere müssen zuerst das Leiden kennenlernen, um zu merken, wer wirklich zu ihnen passt.

Ein Film von Monika Schärer

«Liebe auf Umwegen – Jetzt aber für immer» erzählt von Paaren, die sich lieben, trennen und Jahre später erst merken, dass sie zusammen gehören.

Sonja und Beat

Er fand sie sexy, sie ihn attraktiv. Sonja und Beat waren von Anfang an sehr angetan voneinander, als sie sich 1991 auf einer Weltumseglung kennenlernten. Beim Einkaufen an Land kamen sie sich näher. Beim Rüebli rüsten kam es zum ersten Kuss. Auf der Karibikinsel St. Lucia verbrachten sie zehn Wochen in Harmonie, bis ein Boot mit einer hübschen Italienerin im Hafen einfuhr. Sonja merkte, dass Beat andere Vorstellungen hatte vom Leben. Er wollte Abenteuer, sie ein Zuhause. Ihre Wege trennten sich. Sonja kehrte zurück in die Schweiz und wurde kurze Zeit später Mutter von zwei Mädchen. Beat landete in den USA und heiratete dort. Beruflich war er erfolgreich, privat war das Leben mit seiner amerikanischen Frau für ihn eine Qual, aber wegen ihres gemeinsamen Sohnes blieb er bei ihr.

Siebzehn Jahre später in einer Lebenskrise denkt Beat zurück an die glücklichste Zeit seines Lebens. Er beginnt Sonja im Internet zu suchen. Es folgen erste Mails, nächtelange Telefongespräche. Sonja hat sich eben erst vom Vater ihrer Kinder getrennt und Beat lebt mit Frau und Sohn auf einer Pferdefarm in den USA. Wird er seine Zelte abbrechen und zu ihr zurücksegeln?

Claudia und Roger

Mädchen sind doof, fand Roger. Buben sind blöd, meinte Claudia. Und dann gab es da Roger, der war ein bisschen weniger blöd, weil er am selben Tag Geburtstag hat wie Claudia. Die beiden Primarschüler Claudia und Roger sassen 1968 in Riehen zusammen im gleichen Schulzimmer. Roger, ein Kind mit Waisenhauserfahrung. Claudia, ein Mädchen mit unbeschwerter Kindheit. Viel hatten sie nicht gemein. Doch weil sie am selben Tag Geburtstag hatten, durfte er als einziger Bub in ihr Poesiealbum schreiben. Mit einem Schoggi-Stängeli gab er es ihr verspätet zurück. Das war’s.

Vierzig Jahre später bringt ein geplantes Klassentreffen Claudia und Roger wieder in Kontakt. Schon beim ersten Treffen merken sie, wie ähnlich ihre Leben verlaufen sind. Von einer Beziehung sind sie noch weit entfernt. Sie möchte nie mehr fremde Socken waschen und er kümmert sich fürsorglich um seine viel ältere Lebenspartnerin, die an Demenz erkrankt ist. Gibt es unter diesen schwierigen Umständen Platz für eine neue Liebe?

Regie: Monika Scherrer
Kamera: Nathalie Kamber
Ton: Benoit Barraud
Schnitt: Christine Rüfenacht
Produktionsverantwortung: Andrea Hinder / Laura Lüthi
Redaktion: Michèle Sauvain
Leitung: Nathalie Rufer

Liebe auf Umwegen

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