Erinnerte Zeiten: Der Literaturclub im November

  • Dienstag, 13. November 2018, 22:25 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 13. November 2018, 22:25 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Heute, 2:25 Uhr, SRF 1
    • Heute, 11:00 Uhr, SRF info
    • Heute, 16:45 Uhr, SRF info
    • Morgen, 12:00 Uhr, SRF info
    • Freitag, 16. November 2018, 9:55 Uhr, SRF info
    • Samstag, 17. November 2018, 14:00 Uhr, SRF info

Nicola Steiner, Martin Ebel, Milo Rau und – als Gast – die Spoken-Word-Poetin Fatima Moumouni diskutieren über «Der Schnee war schmutzig» von Georges Simenon, «Ein einfaches Leben» von Min Jin Lee, «Erinnerung eines Mädchens» von Annie Ernaux und «Junger Mann» von Wolf Haas.

Mit dem Familienepos «Ein einfaches Leben» ist der Amerikanerin Min Jin Lee ein Bestseller über die koreanische Minderheit in Japan gelungen. Das Werk von Georges Simenon wird neu aufgelegt. Nicht nur die berühmten Maigret-Krimis: «Der Schnee war schmutzig» ist ein Nachkriegsroman als Liebesgeschichte. Annie Ernaux ist in Frankreich eine legendäre Autorin. In «Erinnerung eines Mädchens» beschreibt Ernaux die Urszene ihres Lebens, eine traumatische sexuelle Erfahrung. Und der österreichische Kult-Krimi-Autor Wolf Haas überrascht mit einem anrührenden Provinz-Roman über die siebziger Jahre.

Gast der Sendung ist die Spoken-Word-Poetin Fatima Moumouni.

Beiträge

  • «Der Schnee war schmutzig» von Georges Simenon (Kampa)

    Der neu gegründete Kampa-Verlag zelebriert das Werk des belgischen Schriftstellers Georges Simenon in einer spektakulären Neuauflage. Nicht nur die berühmten Maigret-Krimis sind wiederzuentdecken. «Der Schnee war schmutzig» ist ein Nachkriegsroman als Liebesgeschichte. «Es ist ein politischer Roman, in dem Politik nie erwähnt wird, ein Kriegsroman, in dem der Krieg nie vorkommt», schreibt der Schriftsteller Daniel Kehlmann in seinem Nachwort zum Roman. Warum lohnt es sich, Simenons Werk in seiner ganzen Breite neu zu entdecken?

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  • «Ein einfaches Leben» von Min Jin Lee (dtv)

    Mit ihrem zweiten Roman «Ein einfaches Leben» ist der Amerikanerin Min Jin Lee ein Bestseller über die koreanische Minderheit in Japan gelungen. Sunja und ihre Söhne leben als koreanische Einwanderer in Japan wie Menschen zweiter Klasse. Während sie versucht, sich abzufinden, fordern ihre Kinder ihr Schicksal heraus. Der eine Sohn schafft es an die besten Universitäten des Landes, den anderen zieht es in die Spielhallen der kriminellen Unterwelt der Yakuza. Die hochbegabte Autorin breitet ein Familienepos aus – das gleichzeitig Zeugnis ihrer eigenen Migrationsgeschichte ist.

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  • «Junger Mann» von Wolf Haas (Hoffmann und Campe)

    Der Österreicher Wolf Haas ist bekannt als legendärer Autor der Brenner-Krimis. Im neuen Roman «Junger Mann» kehrt er zurück in das provinzielle Bergnest, das seine Heimat ist. Haas erzählt nichts weniger als seine eigene Geschichte: die eines 13-jährigen Internatsschülers, der während der Zeit der Ölkrise an einer Tankstelle jobbt. Sein Übergewicht macht die Leiden der Pubertät noch etwas schwerer. Doch ist es kein Hindernis, sich in die Frau des Dorfmachos zu verlieben. Haas erzählt pointenreich. Doch bleibt er mit diesem fadengerade erzählten Roman auf der Höhe seiner Kunst?

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  • «Erinnerung eines Mädchens» von Annie Ernaux (Suhrkamp)

    Annie Ernaux ist in Frankreich eine viel gelesene und hoch geehrte Autorin. Autobiografisch beschreibt sie das Milieu der kleinen Leute, dem sie entstammt. Im neuen Buch «Erinnerung eines Mädchens» schildert sie schonungslos ihre erste sexuelle Erfahrung. 1958 wird sie als Betreuerin in einem Ferienlager vergewaltigt. Sie lässt es über sich ergehen, verliebt sich sogar in den Mann. Die Schriftstellerin von heute nähert sich diesem «Mädchen von 1958» an und holt literarisch ihre Peinigungen zurück. Selbsterkundung – oder eine Sozialstudie über die Zeit zehn Jahre vor der sexuellen Revolution?

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