Jedes Buch eine Reise: Der Literaturclub im April

  • Dienstag, 18. April 2017, 22:25 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 18. April 2017, 22:25 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 19. April 2017, 1:35 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 19. April 2017, 11:00 Uhr, SRF info
    • Mittwoch, 19. April 2017, 16:40 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 20. April 2017, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 20. April 2017, 12:40 Uhr, SRF info
    • Freitag, 21. April 2017, 9:55 Uhr, SRF info

Nicola Steiner, Rüdiger Safranski, Philipp Tingler und – als Gast – der Manager Peter Kurer diskutieren im April über Toni Morrison: «Gott, hilf dem Kind», Adolf Muschg: «Der weisse Freitag», Julia Wolf: «Walter Nowak bleibt liegen» und Ingeborg Bachmann: «Male oscuro». Performance: Michael Fehr

Mit «Gott, hilf dem Kind» setzt Nobelpreisträgerin Toni Morrison ihren Zyklus über die Situation der Schwarzen in den USA fort.

«Der weisse Freitag» von Adolf Muschg beschreibt eine Schweiz-Reise des 30-jährigen Goethe – und ist zugleich ein sehr persönliches Buch des Schweizer Schriftstellers.

«Walter Nowak bleibt liegen» ist eine Reise in die Psyche eines Mannes in der Krise – der zweite Roman der Autorin Julia Wolf.

«Male oscuro» umfasst Traumprotokolle, Briefe und Reden der Schriftstellerin Ingeborg Bachmann aus der Zeit ihres Zusammenbruchs nach der Trennung von Max Frisch.

Beiträge

  • «Gott, hilf dem Kind» von Toni Morrison (Rowohlt)

    Mit einem Schock beginnt der neue Roman der Literatur-Nobelpreisträgerin Toni Morrison: «Sie war so schwarz, dass sie mir Angst machte». Eine Frau bringt eine Tochter zur Welt und erschrickt zu Tode, kann nicht glauben, dass es ihr Baby ist. Aus Angst vor rassistischen Übergriffen erzieht sie das Mädchen zu Unterwürfigkeit. Doch die junge Frau lebt ihr eigenes Leben. Seit «Jazz» hat Morrison konsequent die Situation der Schwarzen in den USA beschrieben. Ist ihr neues Werk «Weltliteratur», wie der Verlag meint – oder lässt es die Kraft ihrer früheren Romane vermissen?

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  • «Der weisse Freitag» von Adolf Muschg (C.H.Beck)

    Ein Treppensturz, verbunden mit einem Spitalaufenthalt, ist für Adolf Muschg Ausgangspunkt für den Blick auf eine Reise Goethes in die Schweiz. «Der weisse Freitag» beschreibt eine extreme Erfahrung im November 1779: Goethe überquert im hohen Schnee den Furkapass. Die Reisen des Dichterfürsten sind für den 82-jährigen Muschg ein Lebensthema. In einer Art Doppelbelichtung verbindet er nun den Blick auf Goethes Lebenskunst mit einer sehr persönlichen Retrospektive auf sein eigenes Leben. Und unternimmt angesichts seiner Krebserkrankung zugleich den Versuch, das Sterben zu lernen.

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  • Michael Fehr performt den Text «Nichts und niemand»

    Manche Texte kommen erst im Vortrag so richtig zu sich, fangen erst in der gesprochenen Sprache richtig an zu leben. Diesem gesprochenen Wort gibt der Literaturclub seit Anfang des Jahres eine Bühne. Dieses Mal zu Gast: der Berner Autor und Musiker Michael Fehr. Angabe zum vorgetragenen Text: Michael Fehr: «Nichts und niemand». Aus: «Glanz und Schatten» (Der gesunde Menschenversand).

  • «Male oscuro» von Ingeborg Bachmann (Suhrkamp / Piper)

    Die vielleicht wichtigste Lyrikerin der Nachkriegszeit in deutscher Sprache: Ingeborg Bachmann ist eine Legende. Und sie war tablettensüchtig, litt unter Angstzuständen. Ihre komplizierten Beziehungen zu Männern wie Paul Celan oder Max Frisch sind berüchtigt. Nun kommen Briefe und Traumprotokolle an die Öffentlichkeit – aus der Zeit ihres grossen Zusammenbruchs nach der Trennung von Max Frisch. Bedient man damit Voyeurismus? Oder ist die Veröffentlichung durch die Poetik der Texte gerechtfertigt? Welchen Blick werfen diese Texte auf Bachmanns Werk und die Romane von Max Frisch?

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  • «Walter Nowak bleibt liegen» von Julia Wolf (FVA)

    Ein rüstiger Endsechziger misst sich beim täglichen Schwimmpensum mit einer jungen Frau – und prallt gegen den Beckenrand. Was danach kommt, ist ein Psychogramm eines Mannes: «Walter Nowak bleibt liegen». Zuhause auf dem Badezimmerboden liegt er – und die deutsche Autorin Julia Wolf lässt ihn im Stakkato-Ton durch den Bewusstseinsstrom seines Lebens treiben. Beim Dichter-Wettlesen in Klagenfurt gewann sie mit diesem Text den Publikumspreis. Beschreibt ihr Roman die Tragödie eines lächerIichen Mannes? Oder mehr: ein literarisches Porträt der Nachkriegsgeneration?

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  • Die Buchempfehlungen unserer Kritiker

    «Der kalte Dämon» von Tamás Miklós, C.H.Beck (Philipp Tingler) / «Sämtliche Gedichte» von Ingeborg Bachmann, Piper (Rüdiger Safranski) / «In der Mitte ihres Lebens» von S.J. Agnon, Suhrkamp (Peter Kurer) / «Ick kieke, staune, wundre mir». Berlinerische Gedichte von 1830 bis heute, Die Andere Bibliothek (Nicola Steiner)

  • Michael Fehr performt den Text «Der Teufel und das Grauen»

    Angabe zum vorgetragenen Text: Michael Fehr: «Der Teufel und das Grauen». Aus: «Glanz und Schatten» (Der gesunde Menschenversand).