Täuschung und Gewissheit: Der Literaturclub im Mai

  • Dienstag, 17. Mai 2016, 22:25 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 17. Mai 2016, 22:25 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 18. Mai 2016, 1:40 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 18. Mai 2016, 11:00 Uhr, SRF info
    • Mittwoch, 18. Mai 2016, 16:40 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 19. Mai 2016, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 19. Mai 2016, 12:45 Uhr, SRF info
    • Freitag, 20. Mai 2016, 10:05 Uhr, SRF info
    • Samstag, 21. Mai 2016, 13:45 Uhr, SRF info

Nicola Steiner, Hildegard Keller, Martin Ebel und Thomas Sarbacher sprechen über Lucia Berlin: «Was ich sonst noch verpasst habe», David Grossman: «Kommt ein Pferd in die Bar», Alessandro Baricco: «Mr. Gwyn», Juan Gabriel Vasquez: «Die Reputation» und über Friederike Gösweiner: «Traurige Freiheit».

Der Literaturclub diskutiert die wichtigen Bücher im Mai:

Eine Wiederentdeckung aus den USA ist Lucia Berlin, die in ihren Kurzgeschichten von den Täuschungen und Enttäuschungen des Lebens berichtet. Der Israeli David Grossman erzählt von der traumatischen Kindheit eines Comedian und der Italiener Alessandro Baricco von einem Autor, der plötzlich das Schreiben sein lässt und nur noch Porträts anfertigen will. Ein politischer Karikaturist im Hinterhalt seiner Vergangenheit ist die Hauptfigur in «Die Reputation» des kolumbianischen Autors Juan Gabriel Vasquez. Und, ein literarisches Debut: Friederike Gösweiner beschreibt eine junge Generation, die alles richtig macht und dabei doch keinen Erfolg hat.

Gast der Sendung ist der Schauspieler Thomas Sarbacher.

Die Bücher der Sendung sind:

  • «Was ich sonst noch verpasst habe» von Lucia Berlin (Arche)
  • «Kommt ein Pferd in die Bar» von David Grossman (Hanser)
  • «Mr. Gwyn» von Alessandro Baricco (Hoffmann & Campe)
  • «Die Reputation» von Juan Gabriel Vasquez (Schöffling)
  • «Traurige Freiheit» von Friederike Gösweiner (Droschl)

Beiträge

  • «Die Reputation» von Juan Gabriel Vasquez (Schöffling)

    Javier Mallarino ist der einflussreichste Karikaturist Kolumbiens. Seine politischen Zeichnungen können Politiker stürzen und Karrieren beenden. Er ist ein Repräsentant des Landes, gehasst und verehrt. Auf dem Höhepunkt seiner Macht erhält er unerwarteten Besuch. Eine junge Journalistin ist zum Interview angemeldet, aber sie wird kein Interview führen. Sie stellt Fragen nach einem bestimmten Punkt in Javiers Vergangenheit. Ein Rätselspiel um Täuschung und Gewissheit beginnt. Juan Gabriel Vasquez neuer Roman erzählt von den Unsicherheiten der Wahrnehmung und den Tücken der Erinnerung.

    Mehr zum Thema

  • «Kommt ein Pferd in die Bar» von David Grossman (Hanser)

    Von einem Witze-Erzähler erzählt der Israeli David Grossman in seinem neuen Roman. Dovele ist Stand-up Comedian, ein mittelmässiger Alleinunterhalter, der auf den Kleinstadtbühnen des Landes seine Pointen austeilt. Spassroutine, die plötzlich durch einen Einwurf aus dem Publikum unterbrochen wird. Eine Frau erkennt in dem Mann auf der Bühne das Kind wieder, das er einmal war. Den Jungen, der auf den Händen lief, um seine Mutter zum Lachen zu bringen. Dovele will weiterspielen, aber die traumatische Vergangenheit ist zurück.

    Mehr zum Thema

  • «Was ich sonst noch verpasst habe» von Lucia Berlin (Arche)

    Sie hat als Putzfrau, Aushilfslehrerin und im Krankenhaus gearbeitet und sie ist eine literarische Wiederentdeckung: Lucia Berlin. 2004 ist die US-Amerikanerin gestorben, die in ihren Kurzgeschichten von den Täuschungen und Enttäuschungen des Alltags berichtet. Sie blickt vom Rand der Gesellschaft auf das Geschehen, auf die Dinge des Lebens und seine wechselnden Orte zwischen Alaska und Mexiko. Autobiografisch und mit trockenem Humor. Erstmals sind 30 ihrer Erzählungen jetzt auf Deutsch erschienen.

    Mehr zum Thema

  • «Mr. Gwyn» von Alessandro Baricco (Hoffmann & Campe)

    Wie wäre es, einmal ein ganz anderer zu sein? Jasper Gwyn versucht es und listet 52 Dinge auf, die er in Zukunft nicht mehr tun möchte. Schriftsteller sein, steht am Ende der Liste. Denn Mr. Gwyn ist Schriftsteller und ein ziemlich berühmter dazu. Er ist Engländer, Anfang vierzig und er will von nun an nur noch «Kopist» sein. Einer, der Porträts von Menschen schreibt, die in seinem Atelier Modell sitzen. Bis ein junges Mädchen gegen die Regeln verstösst.

    Mehr zum Thema

  • «Traurige Freiheit» von Friederike Gösweiner (Droschl)

    Hannah, die 29jährige angehende Journalistin, hat alles richtig gemacht. Sie hat studiert, aber das Volontariat kann sie nur in Berlin bekommen, nicht in der Stadt, in der sie mit Jakob, ihrem Partner, lebt. Sie nimmt die Trennung in Kauf. Allein in Berlin wird sie zur Konkurrentin. Alle gegen alle, denn die grosse Freiheit der Möglichkeiten erweist sich als Täuschung. Nachrichten aus der modernen Arbeitswelt hat die Tirolerin Friederike Gösweiner zum Thema ihres überraschenden Debutromans gemacht.

    Mehr zum Thema

  • Die Buchempfehlungen unserer Kritiker

    «Ich bin so hübsch» von Hazel Brugger, Kein & Aber (Hildegard Keller) / «Die Knochenuhren» von David Mitchell, Rowohlt (Martin Ebel) / «So, meine Herren» (Sämtliche Erzählungen) von Tajjib Salich, Lenos (Thomas Sarbacher) / «Der alte Garten» und «Der glückliche Gärtner» von Gabriele Tergit, Schöffling (Nicola Steiner)