Von Geist und Geistern: Der Literaturclub im Mai

  • Dienstag, 12. Mai 2015, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 12. Mai 2015, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 13. Mai 2015, 1:40 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 13. Mai 2015, 11:00 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 14. Mai 2015, 3:50 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 14. Mai 2015, 12:45 Uhr, SRF info
    • Samstag, 16. Mai 2015, 14:05 Uhr, SRF info

Nicola Steiner, Christine Lötscher, Martin Ebel und Thomas Strässle diskutieren im Mai über Hilary Mantel: «Von Geist und Geistern», Lukas Bärfuss: «Stil und Moral», Michael Fehr: «Simeliberg», Riad Sattouf: «Der Araber von morgen» und über Rachel Kushner: «Flammenwerfer».

Der Literaturclub diskutiert die wichtigen Bücher im Mai: Hilary Mantel, die derzeit wichtigste britische Autorin, erzählt von den guten und bösen Geistern ihres Lebens. «Warum schweigen die Schriftsteller?», fragt Lukas Bärfuss in seinen Essays «Stil und Moral». Michael Fehr schreibt einen rätselhaften Krimi, der an Grimms Märchen erinnert. In Worten und Bildern erzählt Riad Sattouf von einer Kindheit zwischen Frankreich, Libyen und Syrien. Dazu der überraschende Roman der US-Amerikanerin Rachel Kushner: «Flammenwerfer».

Beiträge

  • «Simeliberg» von Michael Fehr (Der gesunde Menschenversand)

    Ein rätselhafter Kriminalfall, aufgeschrieben wie das Protokoll eines Verhörs, das ist Michael Fehrs Erzählung «Simeliberg». Friedrich Glauser steht Pate aber auch die «spoken word» Gemeinde. Beim Wettlesen in Klagenfurt hat Fehr damit schon den Kelag-Preis gewonnen. Fehr ist sehbehindert und trägt seine Texte in einem eigenen Verfahren wie eine Performance vor. Ein besonderes Buch in einer besonderen Sprache.

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  • «Flammenwerfer» von Rachel Kushner (Rowohlt)

    Reno ist aus Reno, USA. Die Spielerstadt am Fusse der Sierra Nevada. Reno fährt Motorrad-Rennen, in der Salzwüste von Utah. Sie fährt ziemlich schnell und sie fährt als Hobby. Die Liebe zu Sandro führt sie in den italienischen Geldadel ein. Es ist die Zeit der «Roten Brigaden» und der Künstlerszene New Yorks. Das grosse Amalgam der Epoche. Auch der italienische Verleger-Sohn Feltrinelli kommt darin vor, der beim Versuch umkam, einen Hochspannungsmast zu sprengen. «Flammenwerfer» ist Rachel Kushners zweiter Roman. Auf ein paar Farbfotos sieht die Autorin aus wie ihre Heldin: ziemlich cool.

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  • «Stil und Moral» von Lukas Bärfuss (Wallstein)

    Lukas Bärfuss will wirken. Der öffentliche Auftritt, die Stellung des Schriftstellers als Mahner und Warner ist sein Metier. An die grossen Vorbilder der Schweizer Autoren, Dürrenmatt und Frisch, knüpft er an und besetzt damit eine Position, die heute vakant ist. Bärfuss Essays fragen nach dem Politischen, nach der Moral und dem Stil des Handelns. Die Leitfrage: «Wo bin ich hier?»

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  • «Der Araber von morgen» von Riad Sattouf (Knaus)

    Ein Comic, eine Autobiographie und ein Bestseller in Frankreich. Riad Sattouf erzählt von seiner Kindheit zwischen Syrien, Libyen und Frankreich. Komisch ist das und grausam.«Der Araber von Morgen» gibt tiefe Einblicke in die autoritären Strukturen des arabischen Raums, erzählt aus der Sicht des KIndes. Die lybische Wüste ist immer gelb in Sattoufs Bildgeschichten und im Fernsehen ist die ganze Zeit der Oberst Gaddafi, schrecklich und surreal.

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  • «Von Geist und Geistern» von Hilary Mantel (Dumont)

    Die Tudors, «bigger than live»! Wie auf der Grossleinwand im Kino hat Hilary Mantel den Gründungsmythos der Briten erzählt. Mit den beiden Romanen «Wölfe» und «Falken» wird sie berühmt und zur wichtigsten Schriftstellerin Grossbritanniens. Jetzt erzählt Hilary Mantel ihr Leben. Ein Leben wie eine Gefangene unter dem eigenen Dach, mit Mutter und Stiefvater, die im Dauerstreit leben. Furcht und Zittern in der englischen Provinz, mit bösem Witz erzählt. Ein schonungsloser Bericht von den guten und den bösen Geistern des Lebens.

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  • Die Buchempfehlungen unserer Kritiker

    «Über das Wetter reden» von Peter Bichsel, Suhrkamp Verlag (Martin Ebel) / «Der Fall Bramard» von Davide Longo, Rowohlt Verlag (Christine Lötscher) / «Jeder Tag gehört dem Dieb» von Teju Cole, Hanser Verlag (Thomas Strässle) / «Wölfe» und «Falken» von Hilary Mantel, DuMont Verlag (Nicola Steiner)