Wolfe, Flaubert, Stelly und Seethaler

Stefan Zweifel, Elke Heidenreich, Hildegard E. Keller und Rüdiger Safranski diskutieren im Januar über Tom Wolfe: Back to Blood, Gustave Flaubert: Madame Bovary, Gisela Stelly: Goldmacher, Robert Seethaler: Der Trafikant.

Der Literaturclub diskutiert die wichtigen Bücher im Januar: Ein neuer Roman über den Kampf der Kulturen in Miami, der verrücktesten Stadt Amerikas, von Tom Wolfe. Die Geschichte zweier Familien und den Wunderglauben unbegrenzter Geldvermehrung in «Goldmacher» von Gisela Stelly. Den Entwicklungsroman vom «Trafikant» im Wien des Jahres 1937 von Robert Seethaler. Und die wohl berühmteste Geschichte eines Ehebruchs mit weltliterarischen Folgen: Flauberts «Madame Bovary» in neuer deutscher Übersetzung.

Wiederholungstermine:

Mittwoch, 30. Januar 2013 um 11:00 Uhr, SRF info
Mittwoch, 30. Januar 2013 um 02:35 Uhr, SRF info
Donnerstag, 31. Januar 2013 um 03:55, SRF 1
Donnerstag, 31. Januar 2013 um 12:40, SRF info
Samstag, 2. Februar 2013 um 14:00 Uhr, SRF 1
Sonntag, 10. Februar 2013 um 10:15 Uhr, 3sat

Beiträge

  • «Back to Blood» von Tom Wolfe

    Kampf der Kulturen in Miami: Nestor, ein Polizist mit kubanischer Abstammung verhaftet einen kubanischen Flüchtling an Bord einer Luxusyacht. Für seine Familie ist Nestor ein Verräter, für die weissen Amerikaner in der Stadt ist er ein Held. Sie haben immer noch die Macht, aber die Hispanics haben die Mehrheit. Gewohnt sarkastisch beschreibt Starautor Tom Wolfe die Widersprüche zwischen Anspruch und Wahrheit, Schein und Sein in der verrücktesten Stadt Amerikas.

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  • «Madame Bovary» von Gustave Flaubert

    Sie, eine Bauerntochter. Er, ein Landarzt. Die junge Emma heiratet Charles Bovary und ist unglücklich. Es herrscht Langeweile in der Ehe und im Leben, die auch wechselnde Liebhaber nicht vertreiben können. Eine unstillbare Gier erfüllt Emma Bovary, die nach Schulden und Enttäuschungen ihr Leben mit Arsen beendet. Der Anlass für Flauberts grossen Roman war eine Zeitungsmeldung aus der französischen Provinz. Aber nach über fünf Jahren endloser Arbeit am Text, hat dieser Erstlingsroman von 1857 die Literatur verändert.

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  • «Der Trafikant» von Robert Seethaler

    «Trafik» meinte im Wien der dreissiger Jahre ein Tabakwaren- und Zeitungsgeschäft. Wer einen solchen Kiosk betreibt ist ein Trafikant. Einer der Stammkunden ist Sigmund Freud, und aus der zufälligen Begegnung entsteht eine ungleiche Freundschaft zwischen dem Erfinder der Psychoanalyse und dem aufgeweckten Jungen im Trafik. Doch dann spitzen sich die politischen Verhältnisse zu: Wie ein Flächenbrand breitet sich der Antisemitismus aus, und der bevorstehende österreichische «Anschluss» an Nazideutschland greift auf dramatische Weise in das Leben aller Beteiligten ein.

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  • «Goldmacher» von Gisela Stelly

    Den Goldmacher gab es tatsächlich in den Jahren nach der Inflation der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Es ist ein alchemistischer Hokuspokus wunderlicher Geldvermehrung, mit dem sich das Schicksal zweier Familien untrennbar verknüpft. Franz Münzer, Sohn eines Bankiers und Anton Bluhm, der Sohn eines Bankrotteurs treffen in der Hitlerjugend zum ersten Mal aufeinander. Wunderglaube steht gegen Aufklärung. Anton trägt die Züge des Spiegel-Gründers Rudolf Augstein, mit dem Gisela Stelly zwanzig Jahre lang verheiratet war.

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  • Die Buchempfehlungen unserer Kritiker

    «Glückliche Liebe und andere Gedichte» von Wislawa Szymborska,Suhrkamp (Elke Heidenreich) / «Winesburg, Ohio» von Sherwood Anderson, Schöffling (Rüdiger Safranski) / «Hannah Arendt – ihr Denken veränderte die Welt» von Martin Wiebel (Hrsg.), Piper (Hildegard Keller) / «Indigo» von Clemens J. Setz, Suhrkamp (Stefan Zweifel)