Wyss, Matussek, Lanchester, Nooteboom und NDiaye

Stefan Zweifel, Elke Heidenreich, Hildegard E. Keller und Rüdiger Safranski diskutieren im Dezember über: Johann David Wyss: Der schweizerische Robinson, John Lanchester: Kapital, Cees Nooteboom: Briefe an Poseidon, Marie NDiaye: Ein Tag zu lang, Matthias Matussek: Die Apokalypse nach Richard.

Der Literaturclub diskutiert im Dezember die Bücher, die man gelesen haben sollte: Die Robinsonade des Schweizers Johann David Wyss, die in den USA bis heute ein Bestseller ist - nacherzählt von Peter Stamm. Ein Roman über die Auswirkungen der Finanzkrise in einer Strasse in London von John Lanchester. Eine Weihnachtsgeschichte von Matthias Matussek, die mit einem Wunder beginnt. Briefe an den Meeresgott Poseidon mit Reflexionen über die Vergänglichkeit, Zeit und Ewigkeit von Cees Nooteboom, der im nächsten Jahr seinen 80. Geburtstag feiert. Und eine beklemmende Geistergeschichte à la Kafka der Prix Goncourt-Preisträgerin Marie NDiaye.

Beiträge

  • «Der schweizerische Robinson» von Johann David Wyss

    «Der schweizerische Robinson» neu erzählt von Peter Stamm: Vor 200 Jahren erzählte der Berner Pfarrer Johann David Wyss seine Adaption des Weltklassikers «Robinson Crusoe» seinen vier Söhnen - kein Wunder also, stehen dem schweizerischen Robinson vier Söhne zur Seite, als er auf dem Weg nach Australien Schiffbruch erleidet und sich auf eine menschenleere Insel flüchtet. Als «The Swiss Family Robinson» ist der Stoff in den USA seit Jahrzehnten ein Bestseller der Kinder- und Jugendliteratur und wurde mehrfach verfilmt. Peter Stamm hat die Geschichte nun neu erzählt.

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  • «Kapital» von John Lanchester

    Die Finanzkrise hat eine Adresse: die Pepys Road in London. Gier und Geld sind die Triebkräfte in John Lanchesters Roman «Kapital». Sie bestimmen das Schicksal ihrer Bewohner wie dem Banker Roger Yount und seiner verwöhnten Ehefrau oder dem Fussballer Freddy Kamo und seinem Vater. Häuser sind wie Aktien, eine Strasse wird reich. Bis die Bewohner der Pepys Road eine Nachricht in ihrem Briefkasten finden. Sie lautet: «Wir wollen, was ihr habt!»

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  • «Briefe an Poseidon» von Cees Nooteboom

    Auch in Cees Nootebooms Briefesammlung an Poseidon spielen göttliche Zeichen eine Rolle. Als der Autor am Münchner Marienplatz beim Kauf eines Buches eine Serviette mit dem Schriftzug «Poseidon» entdeckt, stellt er sich die Frage: Wie schreibt man einem Gott? Nooteboom hinterlässt seine Zeichen an Poseidon in Form von Briefen mit Gedanken, Beobachtungen und Fragen am Strand und auf Felsen. Und natürlich geht es dabei um Unsterblichkeit und Vergänglichkeit, um Zeit und Ewigkeit, um Mythen und um Erinnerung.

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  • «Ein Tag zu lang» von Marie NDiaye

    Einen Tag zu lang bleibt der Lehrer Herrmann in den Ferien in der französischen Provinz, denn am letzten Tag verschwinden seine Frau und sein Sohn. Niemand im Dorf scheint ihm helfen zu wollen, und er gerät in eine undurchsichtige Welt voller bürokratischer und menschlicher Rätsel. So ist er gezwungen, die Regeln dieser fremden Welt zu lernen. Die neue Novelle der jungen französischen Autorin mit senegalesischen Wurzeln, die sich mit ihrem preisgekrönten Buch «Drei starke Frauen» einen Namen gemacht hat.

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  • «Die Apokalypse nach Richard» von Matthias Matussek

    Kurz vor Weihnachten geschieht ein Wunder - der blinde Richard König kann plötzlich wieder sehen. Für König, den bekennenden Katholiken, ist dies ein Gotteszeichen. Und was am Heiligen Abend passiert, Gottesbeweis. Auch Kulturjournalist Matthias Matussek ist für seinen bekennenden Katholizismus bekannt, als jemand, der für seinen eigenen Glauben öffentlich kämpft. Mit seinem aktuellen Roman setzt er seine Mission fort.

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  • Die Buchempfehlungen unserer Kritiker

    «Von einem der auszog das Fürchten zu lernen» von den Gebrüdern Grimm (Rüdiger Safranski) / Hans Christian Andersen: «Sämtliche Märchen, Artemis und Winkler» (Elke Heidenreich) / Dirk Vaihinger (Hrsg.): «Die schönsten Märchen der Schweiz», Nagel & Kimche (Hildegard E. Keller)