Zurück auf Los: Der Literaturclub im Dezember

  • Dienstag, 13. Dezember 2016, 22:25 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 13. Dezember 2016, 22:25 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 14. Dezember 2016, 1:35 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 14. Dezember 2016, 11:00 Uhr, SRF info
    • Mittwoch, 14. Dezember 2016, 16:40 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 15. Dezember 2016, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 15. Dezember 2016, 12:45 Uhr, SRF info
    • Freitag, 16. Dezember 2016, 10:05 Uhr, SRF info
    • Samstag, 17. Dezember 2016, 14:05 Uhr, SRF info

Nicola Steiner, Elke Heidenreich, Philipp Tingler und als Gast Laura de Weck diskutieren im Dezember über Richard Flanagan: «Die unbekannte Terroristin», Didier Eribon: «Rückkehr nach Reims», Navid Kermani: «Sozusagen Paris» und über William Golding: «Herr der Fliegen».

Der Literaturclub diskutiert die wichtigen Bücher im Dezember:

In seinem neuesten Roman erzählt der Australier Richard Flanagan von einer jungen Frau, die in der Zeit nach 9/11 zu Unrecht zur «islamistischen Terroristin» erklärt wird. Der französische Soziologe Didier Eribon ist ein Arbeiterkind. In seiner literarisch verfassten Autobiographie fragt er, warum seine Mutter plötzlich für den «Front National» stimmt. In Navid Kermanis neuem Roman geht es um einen Schriftsteller, der ein Buch über seine Jugendliebe vorstellt – die bei einer Lesung plötzlich leibhaftig vor ihm steht. William Golding erhielt für seinen Welterfolg «Herr der Fliegen» den Literaturnobelpreis. Jetzt gibt es die düstere Geschichte über Macht und Gewalt neu übersetzt zu entdecken.

Gast der Sendung ist die Theaterautorin, Regisseurin und Kolumnistin Laura de Weck.

Beiträge

  • «Die unbekannte Terroristin» von Richard Flanagan (Piper)

    Der neueste Roman des Australiers Richard Flanagan beschreibt eine hysterische Medien-Öffentlichkeit nach den Anschlägen vom 11. September 2001. In einem Fussballstadion werden drei Bomben entdeckt, und eine junge Stripperin verbringt eine Nacht mit einem Fremden. Als die Frau aufwacht, ist der Mann verschwunden und sie wird innert vier Tagen zur mutmasslichen «islamischen Terroristin». Ist diese Geschichte einer Hetzjagd eine meisterhafte Erzählung über die Liebe in Zeiten des globalen Hasses – oder doch zu schemenhaft geraten?

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  • «Sozusagen Paris» von Navid Kermani (Hanser)

    Der Name Navid Kermani fiel in Deutschland immer wieder, als es um Kandidaten für den nächsten Bundespräsidenten ging. In den Feuilletons dagegen polarisiert sein neuer Roman. Für die einen sind Kermanis Einsichten zur Liebe überraschend und unterhaltsam, für andere ist «Sozusagen Paris» ein «Buch wie eine Mehrzweckhalle» (FAZ). Ein Schriftsteller liest aus seinem Roman über seine grosse Jugendliebe. Als er danach am Büchertisch signiert, steht diese Frau leibhaftig vor ihm. Eine Nacht voller Lebens- und Liebesgeschichten liegt vor den beiden.

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  • «Rückkehr nach Reims» von Didier Eribon (Suhrkamp)

    Geboren wurde Didier Eribon als Arbeiterkind. Sich selbst erschaffen hat er als philosophischer und soziologischer Meisterdenker. Seine Heimatstadt Reims in Nordfrankreich hat er über Jahrzehnte gemieden. Weil er als Homosexueller dort nichts zu suchen habe – so dachte er lange. Später dämmerte ihm, dass es die Scham für das Arbeitermilieu war, die ihn fernhielt. Seine «Rückkehr» ist Familienroman und Klassenanalyse zugleich: Eribon will herausfinden, warum seine Mutter – wie alle in der Familie – den «Front National» wählt. Das Buch der Stunde? In jedem Fall berührt es einen Nerv der Zeit.

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  • «Herr der Fliegen» von William Golding (Fischer)

    William Golding erhielt für diesen Welterfolg 1983 den Literaturnobelpreis. «Herr der Fliegen», in fast alle Sprachen übersetzt, ist das Lieblingsbuch nicht nur von Stephen King: Es ist die Geschichte von britischen Schülern, die während des Zweiten Weltkriegs auf einer unbewohnten Pazifikinsel notlanden. Jetzt gibt es die düstere Parabel über Macht und Gewalt in zeitgemässer Sprache zu entdecken. Was macht diesen Klassiker gerade heute lesenswert?

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  • Die Buchempfehlungen unserer Kritiker

    «Mein Weg zu Mozart» von Ketil Bjørnstad, Insel (Elke Heidenreich) / «Polaroids 1958-1987» von Andy Warhol, Taschen (Philipp Tingler) / «Fotzenfenderschweine» von Almut Klotz, Verbrecher Verlag (Laura de Weck) / «Shakespeare und seine Welt» von Günter Jürgensmeier, Galiani (Nicola Steiner)