Alles, was recht ist

Gerechtigkeit und Gleichberechtigung erhitzen diese Woche die Gemüter. Gerechtigkeit ist aber immer auch eine Frage des Standpunktes. So verhält es sich auch mit der Wahrheit: Es gibt weder die absolute Wahrheit noch die absolute Gerechtigkeit.

Mit dieser Tatsache zu leben, fällt ganz offenbar schwer. Viele fühlen sich jetzt ungerecht behandelt. Und wenn jeder versucht, den anderen von seiner Sichtweise zu überzeugen, entstehen schnell hitzige Debatten.

An die Stelle von Sachlichkeit tritt missionarischer Eifer. Und weil die kritische Distanz fehlt, wird oft auch unter der Gürtelline angegriffen. Zum Glück beruhigen sich erhitzte Gemüter gerade noch rechtzeitig auf Heiligabend. Nachdem am Freitag die Nerven nochmals richtig blank liegen, kehrt am Samstag endlich Besinnlichkeit ein, und man kann sich friedlich unter dem Tannenbaum treffen. Grundsatzdiskussionen über heikle Themen, wie Politik oder Religion, vermeidet man aber trotzdem besser.

Konflikte sachlich austragen

Auch im Beruf geht es jetzt um Geld und Wertschätzung. Die Sterne bringen diesbezüglich etwas Frust, was heisst, dass wir uns mehr Anerkennung, Lob und vermutlich auch mehr Lohn wünschen.

Beim stillen Wunsch bleibt es aber nicht, weil wir unsere Enttäuschung nicht verbergen können. Deshalb reagieren wir vielleicht mit Vorwürfen oder mit Forderungen. Das kann aber daneben gehen, wenn wir unsere Emotionen nicht unter Kontrolle haben.

Es ist deshalb ganz wichtig, dass wir nicht im aufgeregten Zustand in die Offensive gehen. Sammeln wir deshalb zuerst gute Argumente und überlegen wir uns, was angemessen ist. Es kann auch helfen, wenn wir uns vorher mit einer neutralen Drittperson absprechen oder juristischen Rat einholen. Bis Weihnachten besteht die Gefahr von überstürzten Entscheidungen. Die Stelle kündigen sollte aber höchstens, wer gerade ein Superangebot bekommen hat, was am Donnerstag durchaus noch im Bereich des Möglichen liegt.

Über Wünsche und Hoffungen sprechen

In der Liebe befinden wir uns ebenfalls gerade in einer heiklen Phase, die noch bis Mitte Woche mehr Frust als Lust erwarten lässt. Die Liebessterne legen nämlich Defizite offen. Deshalb haben wir jetzt schnell das Gefühl, dass wir zu wenig Zuwendung, zu wenig Streicheleinheiten, bzw. zu wenig Sex bekommen - oder alles nur mit entsprechender Gegenleistung. Dass wir uns die Liebe sozusagen verdienen müssen und mit Entzug bestraft werden, wenn wir wir die Erwartungen des Partners nicht erfüllen.

Das ist natürlich nicht befriedigend, und schon gar nicht romantisch. Die Liebe ist ja kein Geschäft. Trotzdem müssen Geben und Nehmen einigermassen im Einklang sein. Wenn ein Partner immer nur gibt, stehen jetzt Grundsatzdiskussionen an.

Sprechen wir über unsere Wünsche und Hoffnungen, möglichst ohne gleich harte Forderungen oder ein Ultimatum zu stellen. Wenn wir merken, dass keine konstruktiven Gespräche möglich sind, gehen wir besser vorübergehend auf Distanz und sorgen selber dafür, dass es uns gut geht. Ab Donnerstag oder spätestens an Heiligabend können wir uns wieder annähern.

 

Autor/in: Monica Kissling alias Madame Etoile