Kuckuck ohne Geld im Sack

Wer im Frühling den ersten Kuckuck rufen hört, überprüft wohl unwillkürlich sein Geld in der Tasche. Denn wer beim ersten Kuckucksruf Geld im Sack hat, dem wird es das ganze Jahr über nicht ausgehen. Dies behauptet zumindest eine weit verbreitete Redensart.

Beatrice Waldmeier aus Möhlin hatte heuer Pech. Gleich drei Mal hörte sie den Kuckuck, ohne einen Rappen Bares dabei zu haben. Ob sie jetzt wohl den Kuckuck des Pfändungsbeamten fürchten muss?

Hoffentlich nicht. Die Redensart vom Kuckucksruf, der Geld und Glück verheisst, stammt wohl aus vorchristlicher Zeit. Laut dem «Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens» galt der Vogel damals wohl als eine Art Waldgeist, der dann erscheint, wenn sich die Bäume im saftigsten Grün zeigen. Er war der Bote und Garant für einen fruchtbaren, üppigen und gesegneten Sommer.

 

Redaktion: Anne-Käthi Zweidler