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Legende: Video Wasserstellen für Tiere abspielen. Laufzeit 01:27 Minuten.
Aus Biodiversität vom 24.07.2019.
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Wasserquellen So bietet ihr frische Wasserstellen für eure tierischen Bewohner

Was gibt es erfrischenderes bei dieser Hitze, als ein kühles Glas Wasser? Nicht nur wir Menschen, auch Tiere sind froh um frische Wasserstellen. Mit kleinem Aufwand kann man Insekten und Co. eine Wasserquelle biete – mit diesen vier Varianten geht's ganz einfach.

1. Wasserschale

An heissen Tagen freuen nicht nur wir Menschen uns über ein erfrischendes Getränk, auch Insekten und Vögel sind dann auf der Suche nach Wasser. Eine Schale mit frischem Wasser nehmen sie dankbar an. Egal ob im Garten oder auf dem Fenstersims, eine solche Wasserstelle kann man praktisch überall aufstellen.

Eine Tonschale mit Steinen drin.
Legende: Ohne viel Aufwand: Die Wasserschale ist eine einfache Art, Wasser für Insekten bereitzustellen. zvg/Sabina Corazza

Was es dafür braucht:

  • flache Schale (beispielsweise ein Blumentopf-Untersatz)
  • Steine, Korken oder Holz

So geht's:

  1. Eine flache Schale mit Steinen, Korken oder Holz auslegen. Diese dienen den Insekten als Landefläche.
  2. Die Schale mit Wasser füllen. Das Wasser täglich wechseln. Das verhindert die Übertragung von Krankheiten und die Wasserstelle wird nicht zur Brutstätte für Stechmücken.

2. Mini-Teich

An einem Mini-Teich können nicht nur Insekten ihren Durst stillen, denn: Die Teiche lassen sich individuell gestalten und setzen eurer Kreativität keine Grenzen. So geben die Mini-Teiche in eurem Garten oder grösseren Balkon (Achtung: Gewicht!) auch etwas für das Auge her!

Ein Mini-Teich in einem Zuber
Legende: Nicht nur hilfreich, sondern auch hübsch: Der Mini-Teich. ZVG/Claudine Clerici

Was es dafür braucht:

  • grosser Topf oder Kübel (beispielsweise ein Metalzuber, eine Zinkwanne oder ein altes Weinfass)
  • Teichfolie, falls das Gefäss nicht dicht ist
  • Wasserpflanzen, Steine und Dekoration

So geht's

  1. Gefäss aufstellen. Viele sind schon wasserdicht, ansonsten hilft eine Teichfolie, die am Rand mit doppelseitigem Klebeband oder Tacker und Heftklammern befestigt wird.
  2. Einen geeigneten Ort finden: Dauerschatten ist suboptimal. Aber auch die Ausrichtung nach Süden, weil zu viel Sonne für einen höheren pH-Wert im Wasser sorgt – Algen fühlen sich dann besonders wohl.
  3. Teich mit Wasserpflanzen, Steinen und Deko befüllen. Der eigenen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

3. Sickergrube

In vielen Gärten steht unter dem Regenabfluss vom Dach eine Wassertonne, um den Garten zu wässern. Mittels einer Sickergrube unterhalb der Wassertonne kann man leicht eine Wasserquelle und Lebensraum für Insekten und andere Tiere gestalten. Dafür braucht es nicht viel mehr, als ein mittelgrosses Loch rund um die Tonne, in welchem sich das Wasser ansammeln kann.

Was es dafür braucht:

  • Spaten
  • Teichfolie

So geht's

  1. Rund um die Tonne ein mittelgrosses Loch ausheben. Damit sich das Wasser ansammeln kann, das Loch mit einer Teichfolie auslegen. Anschliessend Kies in der Grube verteilen.
  2. Ein künstlicher Bachverlauf mit Steinen ausgehend von der Sickergrube hilft, dass das Wasser nicht rund um die Wassertonne versickert.

Achtung: Die Regenwassertonne sollte nicht offen stehen, sondern mit einer Abdeckung versehen werden. So können keine wassersuchenden Tiere hineinfallen. Denn durch die rutschigen Wände der Tonne haben sie keine Chance, die Tonne wieder zu verlassen und ertrinken kläglich.

4. Naturteich

Einen Naturteich anlegen im Garten, ist ein grosses Unterfangen, welches sich aber lohnt. Rasch wird so ein Biotop von den unterschiedlichsten Tieren besiedelt. Im Frühjahr nutzen ihn Grasfrösche, Erdkröten und Bergmolche zum laichen und auch unterschiedliche Libellenarten finden sich innert Kürze ein. Zudem finden sich an heissen Tagen Vögel, Igel und auch Bienen ein, um ihren Durst zu stillen.

Bildvergleich

Regler nach links verschieben Regler nach rechts verschieben
Legende:Ein Gartenteich ermöglicht vielfältig nutzbaren Lebensraum.ZVG/SandraDellaCasa/SRF

Was es dafür braucht:

  • geeigneter Standort (im Halbschatten, nicht neben einer stark befahrenen Strasse)
  • Ton, Lehm oder Beton um den Teich abzudichten
  • Schutzvlies, Sand, Kieselsteine, Teicherde
  • Wasserpflanzen, Steine und Dekoration

Einen Naturteich kann man selber bauen. Es ist aber ratsam, sich vorher umfassend zu informieren oder einen Gartenexperten zu konsultieren. Die folgende Liste ist nicht abschliessend und enthält nur die wichtigsten Punkte, die es zu beachten gilt beim Bau eines Teiches.

  1. Standort: Optimal liegt der Teich im Halbschatten, nicht direkt unter einem Baum (wegen herunterfallenden Laubes) und nicht in der Nähe einer stark befahrenen Strasse (Gefahr, dass Amphibien auf dem Weg zum Teich überfahren werden).
  2. Aushub: Die ausgehobene Mulde kann mit einer Teichfolie oder einem Teichbecken ausgelegt werden. Wer auf Kunststoffe verzichten möchte, kann die Wasserdichte des Teiches durch Abdichten der Mulde mit Ton, Lehm oder Beton erreichen.
  3. Grösse: Der Teich sollte gross genug sein, dass für eine Flachwasserzone und für eine tiefe Stelle Platz ist. In der Flachwasserzone können Sumpf-Pflanzen wachsen, sie reinigen das Wasser und bieten Tieren einen Lebensraum. Vögel können dort ein Wasserbad nehmen, Igel können trinken und fällt ein Tier in den Teich, kann es ihn leicht wieder verlassen. Eine Mindesttiefe von einem Meter ermöglicht, dass der Teich im Sommer nicht überhitzt und dass die Teichbewohner am frostfreien Grund überwintern können.
  4. Bepflanzung: Hier bieten sich vor allem einheimische Wasser- und Sumpfpflanzen an. Man kann sie in einer Gärtnerei kaufen oder bei jemandem um Setzlinge fragen, der schon seit längerem einen Teich besitzt. Damit der Teich mit reichlich Sauerstoff versorgt wird, sollte der tiefere Teil des Teichs mit Wasserpflanzen bepflanz werden.
  5. Tiere: Grundsätzlich sollte man keine Tiere aus anderen Biotopen am eigenen Naturteich aussetzen – ein Naturteich wird von allein besiedelt.
  6. Fische: Will man Fische in seinem naturnahen Teich, gilt es primär nur heimische Arten wie Moderlieschen oder Bitterlinge (in Verbindung mit Teich- oder Malermuscheln) einzusetzen. Die beliebten Goldfische eignen sich nicht für einen Naturteich, da sie durch ihre Gefrässigkeit den natürlichen Lebensraum für die anderen Teich-Bewohner zerstören.

Ein Naturteich kann aber nicht nur Freude bereiten. Es ist nicht auszuschliessen, dass Wasserfrösche das Gewässer besiedeln und die Teich-Besitzer sowie deren Nachbarn mit ihrem Quakkonzert beglücken. Dies sollte beim Bau eines Teiches in einer Siedlung beachtet werden.

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