Saro Marretta - Der Schweizer aus Sizilien

  • Sonntag, 15. Januar 2017, 15:03 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Sonntag, 15. Januar 2017, 15:03 Uhr, Radio SRF 1
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 17. Januar 2017, 21:03 Uhr, Radio SRF 1

Der Sizilianer Saro Marretta kam als junger Student in den 1960er-Jahren in die Schweiz. Es war die Zeit der sogenannten Überfremdungsinitiative von James Schwarzenbach. Die Stimmung war gegen die italienischen Gastarbeiter. Doch Saro Marretta blieb.

Saro Marretta im Porträt.
Bildlegende: «Mich hat das Leben überleben gelernt». SRF

Eine Begegnung mit James Schwarzenbach

Seine ersten Erfahrungen in der Schweiz machte Saro Marretta mit 23 Jahren und zwar als Lehrer italienischer Gastarbeiterkinder in Einsiedeln. Über diese eindrückliche Zeit schrieb er später einen Erfahrungsbericht. «Piccoli Italiani in Svizzera» heisst sein Buch, mit dem er in Italien und in der Schweiz grosse Erfolge feiern durfte. Sogar James Schwarzenbach persönlich wollte sich mit ihm über sein Buch unterhalten. Eine Begegnung, die Saro Marretta nicht vergessen wird: «Unglaublich, was James Schwarzenbach von Süditalienern hielt!»

Schon als Kind gelernt zu überleben

Ob nun in der Schweiz als Süditaliener zu überleben oder in Süditalien als Italiener, das spielte für Saro Marretta keine Rolle. Marretta ist 1940 in Ribera, Sizilien geboren - mitten in den Zweiten Weltkrieg hinein. Sein Vater wurde von den Faschisten an die Front nach Tobruk eingezogen. Damals war Saro Marretta gerade Mal drei Monate alt.

Nicht nur für den Vater, sondern auch für ihn und seine Mutter war dies eine harte Zeit. Schon früh musste er lernen, wie man überleben konnte. Was ihm dabei geholfen hat? Fantasie, Beharrlichkeit und positives Denken, das habe ihm seine Mutter beigebracht.

Schreiben – der rote Faden durch Saro Marrettas Leben

Saro Marretta hat schon immer gerne geschrieben und das mit sehr viel Kreativität: Nach «Piccoli Italiani in Svizzera» schrieb er auch Krimis, Kochbücher und wunderbare Gedichte. Gedichte wie «Figli miei» oder «Mi domando», die sein Freund Yno Miraglia vertont hat, sind richtige Ohrwürmer. Sie sind entstanden, als er mit vierzig in der Krise war und sie erzählen davon.

Was man aber auch aus den Liedern hört, dass ist Saro Marrettas Liebe zur Schweiz.

Gespielte Musik

Redaktion: Annette König