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Mona mittendrin «Es waren die intensivsten Drehtage meines Lebens»

Mona Vetsch ist wieder mittendrin. Aber wo es hingeht, das erfährt Mona erst, wenn sie den Hinweisen aus der Black Box folgt. Die erste Folge von «Mona mittendrin» geht gleich richtig unter die Haut: Mona verbringt drei Tage auf der Kinderkrebsstation im Ostschweizer Kinderspital.

Mona Vetsch mit dem krebskranken Buben Finn auf dem Spitalbett.
Legende: Finn (6) durfte 5 Wochen nicht aufstehen. Die Legofestung im Zimmer hat er ganz alleine zusammengebaut. SRF

Was ging dir durch den Kopf, als du wusstest, dass du auf der Kinderkrebsstation landest?

Ich hatte Schiss am Anfang. Was kommt da auf mich zu? Ertrage ich das? Dann habe ich festgestellt, dass es den kleinen Patienten und Familien gleich geht wie mir. Sie landen ja auch völlig unerwartet und unvorbereitet auf der Onkologie. Die Krebs-Diagnose stellt ihr Leben von einem Moment auf den anderen komplett auf den Kopf, und sie müssen damit umgehen.

Wie nahe ging dir das Ganze?

Es waren die intensivsten Drehtage meines Lebens. Am zweiten Tag brauchte ich kurz Abstand und ich bin abseits der Kameras im Wald spazieren gegangen. Die Begegnungen mit den Kindern und ihren Familien gingen mir schon sehr nahe. Da kann man sich nicht abgrenzen, nicht als Mutter und nicht als Mensch.

Könntest du auf der Onkologie arbeiten?

Ich würde mir das nicht zutrauen. Umso mehr bewundere ich Marina und ihre Kolleginnen von der Onko. Sie geben alles dafür, die schwere Zeit für ihre Patienten möglichst gut zu gestalten. Nichts wird beschönigt, aber möglichst positiv angegangen. Kinder als Patienten haben ja spezielle Bedürfnisse, da müssen die Pflegenden oft kreativ sein. Gefrorener Eistee gegen offene Schleimhäute, lustig getarnte Blutkonserven, Mutperlen für jeden geschafften Therapieschritt.

Mona Vetsch und Pflegefachfrau Marina mit Munschutz und Schutzkleidung im Spital.
Legende: Pflegefachfrau Marina hat sich gegen die Karriere als Tänzerin entschieden. Der Pflegeberuf erschien ihr sinnvoller. SRF

Wie ist die Stimmung auf der Station?

Manchmal war es wie in einer WG. Die Eltern sind ja auch da, kochen und schlafen dort. Es ist mehr ein Familienspital als nur ein Kinderspital. Die Diagnose bestimmt das Leben der ganzen Familie. Über Monate, manchmal über Jahre. Wer kümmert sich um die Geschwister daheim, was ist mit dem Job, kommt einem der Arbeitgeber entgegen? Mit welcher Kraft die Familien das meistern, hat mich ungeheuer beeindruckt.

Wie bist du den Patienten begegnet? Du hast sie ja zum ersten Mal getroffen und gewusst, dass sie eine extrem schwierige Zeit durchmachen.

Es war mir zuerst nicht wohl, einfach so reinzutrampeln. Aber dann hat mich Mattia angelächelt und es cool gefunden, dass wir kommen. Für ihn und die anderen Kinder war es wohl eine willkommene Abwechslung im Spital-Alltag. Wir hatten es oft lustig, allen Umständen zum Trotz.

Mattia ist im Spitalbett und isst ein Poulet
Legende: Mattia (12) weiss erst seit zwei Wochen, dass er Leukämie hat. Mona kann ihm den Wunsch nach einem Poulet erfüllen. SRF

Vier von fünf Kindern werden geheilt. Aber das fünfte Kind gibt es eben auch. Wie präsent ist der Tod auf der Onkologie?

Er gehört dazu. Die Pflegefachfrau Marina hat mir das Gedenkbuch gezeigt, in dem das Spital die Bilder und Geschichten der Kinder und die Dankesbriefe der Eltern sammeln. Es bricht einem schier das Herz.

Was nimmst du mit?

Ganz viel Bewunderung für Eltern und Kinder, die sich der Krankheit so entschlossen entgegenstellen. Kleine Betten, grosse Kämpfer! Dann Hochachtung für die Arbeit von Pflegenden und Ärzten und Dankbarkeit für unser gutes Gesundheitssystem. Das ist nicht selbstverständlich. Der Vater des blutkranken Mohammad hat mir unter Tränen gesagt: «In Afghanistan hätte mein Sohn nicht überlebt.»

Der kleine Mohammad und seine Zwillingsschwestern brauchen jeden Monat eine Bluttransfusion. Sie kamen schwer krank in die Schweiz.
Legende: Der kleine Mohammad und seine Zwillingsschwestern brauchen jeden Monat eine Bluttransfusion. Sie kamen schwer krank in die Schweiz. SRF

Was war das Schwierigste für dich?

Der Abschied. Die Kinder und ihre Familien zurückzulassen und zu wissen: ich kann nichts für sie tun. Zum Glück sind wir in Kontakt geblieben. Jetzt ist es uuh schön zu sehen, dass es den Kindern Schritt für Schritt besser geht.

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