In Zungen singen: die Tradition der «Sacred Harp»

Niemand ist ausgeschlossen, jeder soll mitsingen können: Das «Sacred Harp»-Singen in Nordamerika ist eine radikal demokratische Tradition des Gospel-Gesangs, deren Ursprünge bis in die Zeit der Reformation zurückreichen.

Eine Versammlung von Sacred Harp-Sängerinnen und -Sängern in Oglesby, Texas, 1915.
Bildlegende: Eine Versammlung von Sacred Harp-Sängerinnen und -Sängern in Oglesby, Texas, 1915.

Um die Gläubigen stärker in den Gottesdienst einzubinden, entstanden mehrstimmige, aber eingängige Kirchenlieder. Diese wurden in einem neuartigen Notensystem aufgeschrieben, den sogenannten «Shape Notes».

Auswanderer aus England, darunter viele religiöse Dissidenten wie die Shakers oder Quakers, brachten diese Praxis des polyphonen Kirchengesangs schliesslich nach Amerika.

Redaktion: Christoph Wagner