Maos Kulturrevolution in der Karaoke-Bar

Für viele Musikerinnen und Intellektuelle waren die zehn Jahre der «Grossen Proletarischen Kulturrevolution» eine harte Zeit: die politische Kampagne verbannte alle Musik und Kultur, die nicht der maoistischen Parteilinie entsprach.

Eine Militäreinheit marschiert unterm dem Bildnis Maos.
Bildlegende: Nicht nur optisch, auch akustisch ist Maos Erbe Omnipräsent. Reuters

1976 war sie offiziell zu Ende. Doch der Nachhall ist laut: die damals etablierte Propagandamusik ist in China bis heute beliebt. Auch 40 Jahre nach seinem Tod ist die Popkultur voll von Mao Zedong: Chinesinnen und Chinesen tragen T-Shirts mit seinen Porträts, in Karaoke-Bars singen sie Rockversionen des Propagandaliedes «Der Osten ist rot», in vollen Konzertsälen hören sie Medleys berühmter Revolutionslieder. Die Heidelberger Musikwissenschaftlerin und Sinologin Barbara Mittler geht diesen Spuren der Kulturrevolution in der Musik nach und erklärt, warum Propagandamusik in China leichter akzeptiert wird als anderswo.

Wiederholung vom: 15.01.2016

Redaktion: Theresa Beyer