György Ligetis Oper: Inspirierend und bunt wie ein Spielzeugladen

«Le Grand Macabre» spielt zwar nicht in einem Spielzeugladen, dafür im Breughelland. In einem Fantasieland, inspiriert von den wuselnden Renaissance-Gemälden Pieter Breughels des Älteren. Dort treiben sich allerhand fantastische Figuren und Klänge herum.

Symbol auf Orange
Bildlegende: SRF / Sébastien Thibault

György Ligeti hat nicht gespart mit provokanten und spektakulären Szenen: Von einem Besäufnis über eine Sadomaso-Szene bis hin zu einem fatalen Komenteneinschlag - alles hat Platz in seiner einzigen Oper.

Auch musikalisch tobte sich der ungarische Komponist aus, lässt die Protagonisten halsbrecherische Koloraturen singen, das Orchester in seinen typischen Klangschichtungen flirren, und er setzt ausserdem diverse Spezialinstrumente ein wie Kuckuckspfeife, Entengequake, ein Regal oder ein elektrisches Klavier.

Unter dieser schillernden Oberfläche liegen aber auch tiefere Schichten, wie sich im Gespräch mit dem Dirigenten Baldur Brönnimann zeigt. Die Oper warnt einerseits vor politischem Populismus und ermuntert andererseits zu ausführlicher Liebe.

Gespielte Musik

Redaktion: Moritz Weber